Montag, 29. Juli 2013

BALDRIAN



VALERIANA OFFICINALIS




Der botanische Gattungsname stammt vom lateinischen valens für kräftig. Der deutsche Trivialname ist eventuell volksetymologisch angelehnt an den Namen des nordischen Lichtgottes Balder. Im Volksmund heißt diese Pflanzenart auch Katzenkraut, Stinkwurz, Hexenkraut, Augenwurzel, Mondwurz, Bullerjan, Tolljan, Katzenwargel.


Vorkommen: Der Echte Baldrian kommt in ganz Europa vor, ostwärts bis nach Russland und Westasien. Baldrian ist sehr frostbeständig und gedeiht in Sonne oder Halbschatten in fast jedem Boden. Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Teilung größerer Pflanzen. 
Als Feuchtbodenpflanze verträgt er auch gelegentliche Überschwemmungen und ist daher in der freien Natur häufig auf Wiesen entlang von Gewässerläufen zu finden.

Inhaltsstoffe: Baldrian enthält unter anderem ätherisches Öl (neben Valerensäure u.a. auch die Isovaleriansäure, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich ist), Valepotriate und Alkaloide. Baldrian ist eine der ältesten Arzneipflanzen. Dioskurides beschreibt eine Pflanze mit dem Namen „Phu“, die dem Baldrian ähnlich ist. Er empfiehlt ihn als harntreibendes, erwärmendes und menstruationsförderndes Heilmittel. 

In der Heilkunde: Auf die nervenberuhigende Wirkung des Baldrians ist man erst Anfang des 17. Jahrhunderts aufmerksam geworden. Baldrian gilt auch heute noch als hervorragendes Nervenentspannungsmittel, das ohne Bedenken verwendet werden kann. Baldrian kann man nicht als „Schlafmittel“ bezeichnen. Nur dadurch, dass es zu einer allgemeinen Entspannung kommt, wird z.B. bei einer Schlafstörung infolge einer Überreiztheit eine Schlafbereitschaft erzeugt. Durch den entspannenden Effekt sollen Baldriantropfen sich daher auch gut für „Prüfungskandidaten“ eignen. Ernte: Medizinische Verwendung findet der gesamte Wurzelstock mit seinen Verzweigungen. Er wird zwischen August und Oktober ausgegraben, getrocknet, zerkleinert und sicher vor Katzen aufbewahrt. Besonders beim Trocknungsprozess entströmt der charakteristische Baldriangeruch, der Katzen anzieht und sie geradezu in Entzückung geraten lässt.

Verwendung in der Küche: Baldrianextrakte werden als Aromastoffe in Nahrungsmitteln wie Gebäck und Eis eingesetzt – vor allem dann, wenn man Apfelgeschmackkomponenten erzielen möchte. Baldrian ist eine Verwandte des Feldsalats (Valerianella sp. – kleiner Baldrian). Das frische Frühlingsgrün des Baldrians kann in Salaten mitgegessen werden – er erinnert im Geschmack an Feldsalat, ist sogar etwas zarter. Die Blüten sind gleichfalls genießbar.





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