Mittwoch, 17. Juli 2013

BRENNNESSEL


URTICA DIOCIA




Jeder kennt sie, die große Brennnessel, und doch ist im Jugendstadium die Verwechslung mit der Taubnessel leicht. Keine Angst, beide Pflanzen sind essbar - aber spätestens beim Anfassen weiß man, um welche Pflanze es sich handelt. Mit der Lupe sieht man auf der Unterseite der Blättchen der großen Brennnessel feine Brennhärchen. Ein natürlicher Schutzmechanismus, der sicherlich auch zum Ausbreitungserfolg dieser Pflanze geführt hat. Sie gilt als die „Königin der Heilpflanzen“, für mich ist sie auch die „Königin der essbaren Pflanzen“, da sie so gesund ist.


Foto: wiesengenuss
Vorkommen: Eigentlich ist die Brennnessel eine Allerweltspflanze, die überall dort vorkommt, wo die Böden nährstoffreich und stickstoffhaltig sind. Ein typischer Kulturfolger, der die Anwesenheit von Menschen, Nutztieren und Mist anzeigt. Beispielsweise am Rand von verlassenen bäuerlichen Gehöften, an Wegrändern, Bachufern und Gräben. Auf Schuttplätzen und natürlich am und auf dem Komposthaufen. Sie ist anspruchslos, breitet sich schnell aus und wächst an Stellen, die sie mag, zu stattlicher Größe heran. Im Garten lässt sie sich durch ihre Wurzelausläufer nur schwer ausgraben. Eigentlich gar nicht - sie ist quasi unausrottbar. Ein typisches „Unkraut“. Eine starke Lady. Und, wer ihre Heilkraft und die wertvollen Inhaltsstoffe kennt, bekommt große Achtung vor dieser Pflanze. Seit Urzeiten wissen die Menschen um den Wert dieser Pflanze. Aus der Volksmedizin ist sie nicht wegzudenken.


Inhaltsstoffe: Der Vitamin C-Gehalt der Brennnessel ist enorm. Sie enthält 25 mal mehr davon als normaler Kopfsalat und viermal soviel Vitamin C wie eine Zitrone. Der Eisengehalt ist doppelt so hoch wie beim Spinat und sie enthält zehnmal soviel Calcium wie Kohlrabi.
Durch ihre Wirkstoffe, wie dem „Glückshormon“ Serotonin, Histamin, Acetylcholin und Natriumformiat gilt sie als bedeutende Heilpflanze. Außerdem enthält sie wichtige sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Flavonoide und das grüne Chlorophyll. Als Tee liefert die Brennnessel viele Vitamine, Mineralstoffe und hat eine harntreibende Wirkung.


© wiesengenuss
Anmerkung: Die Brennhaare enthalten einen Cocktail aus Serotonin, Kieselsäure, Ameisensäure, Cholin und Histamin. Welcher dieser Stoffe die allergische Reaktion, die sogenannten „Quaddeln“ auslösen, ist nicht ganz erforscht.


Ernte: Geerntet werden nur die oberen zarten Blätter und Triebspitzen. Am besten vor der Blüte und bei frisch abgemähten Pflanzen. Sie haben einen zart aromatischen und herben Geschmack. Wegen der Brennhaare sollte man sie mit Handschuhen ernten. In der Küche können die Brennhaare durch leichtes wellen mit dem Nudelholz zerstört werden. Auch übergießen mit heißem Wasser oder Blanchieren hilft.




Das unverzichtbare Nudelholz beim Einsatz frischer
Brennnesselblättchen in der Küche © wiesengenuss
In der Küche: Die jungen Blätter lassen sich für Salate, Suppen, Quiches, Aufläufe, Soufflés und in Teigwaren verwenden. Als sogenannter „Wildspinat“ sind sie eine gesunde Beilage zu Fisch und Fleisch. Köstlich ist die Brennnessel auch leicht angebraten in Olivenöl, mit Rosinen, gerösteten Nüssen und Pinienkernen. Getrocknet sind die Blätter und Samen ein gutes Gewürz für Suppen oder Salatkräutermischungen.















"Geheimnisvolle Pflanzen - Die Brennnessel"





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