Sonntag, 28. Juli 2013

FRANZOSENKRAUT



Illustration in J. G. Sturms
Deutschlands Flora in Abbildungen

GALINSOGA PARVIFLORA


Den Titel Franzosenkraut bekam das Pflänzchen, da man glaubte, dass Napoleons Truppen dieses kleine Unkraut eingeschleppt haben. Gerne hing man ihnen die Verbreitung von Unkräutern an, nachdem sie auf Ihren Feldzügen nicht nur Gutes in Europa geschaffen haben. Doch das Franzosenkraut ist ein klassischer Neophyt. (So werden alle Pflanzen bezeichnet, die nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 in Europa eingeführt wurden.) Ursprünglich stammt die Pflanze aber aus Südamerika und verbreitete sich Ende des 18. Jahrhunderts aus botanischen Gärten so rasant wie die Franzosen.  

Anmerkung: Ein typisches Unkraut, oder besser formuliert „Wildkraut“. Es wird auch „Knopfkraut“ genannt, denn seine Blüten mit den gelben Böden und fünf kleinen, einzelstehenden Zungenblüten erinnern ein wenig an die Knöpfe der Uniformen der Napoleonischen Armee.  

Vorkommen: Das Franzosenkraut, oder kleinblütiges Knopfkraut, wächst gerne an lehmigen und stickstoffreichen Stellen. An Waldrändern, in Gärten, an Äckern oder an offenerdigen Straßenrändern. Sogenannten Ruderalstellen. Es ist weit verbreitet über ganz Europa und große Teile Asiens.  

Ernte: Von Mai bis zum ersten Frost können die Blätter und Blüten dieser schmackhaften Pflanze geerntet werden. Zum Wildkräutersalat die oberen vier Blätter abkneifen, sie sind am zartesten und schmecken am feinsten. Aus den Blattachseln wachsen wie beim Basilikum dann immer wieder neue Blättchen nach.  

Verwendung in der Küche: Die Blättchen des Franzosenkrauts schmecken wie guter Kopfsalat eigentlich schmecken sollte. Eine schöne Idee: Ein Salatbouquet aus Gartensalaten mit Franzosenkraut dekorieren. Da hat man wieder den vollen Salatgeschmack und außerdem sieht es sehr hübsch aus. Übrigens gehört auch der Kopfsalat zu den Korbblütengewächsen, wie das Franzosenkraut. Zur Blüte kommt er allerdings nur selten - nur wenn er an langen und feuchten Sommertagen „schießt“. Im Laufe der Zeit wurde jedoch der ehemals vitaminreiche Gartensalat so hochgezüchtet, dass er heute nicht mehr sonderlich schmeckt. Dies gleicht das Franzosenkraut aus. Auch Wildspinat lässt sich aus dem Franzosenkraut machen. Ab Mai, wenn viele andere Wildkräuter schon ausgereift sind, ist es ein wichtiges Kraut für die frühsommerliche Wildkräutersuppe. Frische Gemüsesäfte sind ebenfalls sehr schmackhaft mit Franzosenkraut.




1 Kommentar:

  1. super endlich weiß ich was das für ein Kraut ist das überall in meinem Garten wächst und vorallem was ich damit anfangen kann.vielen Dank für die tolle Info, freue mich schon damit zu experimentieren. 😊👍

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