Sonntag, 28. Juli 2013

GUNDERMANN


GLECHOMA HEDERACEA


Jeder Gartenbesitzer kennt den Gundermann. Er wächst wie Efeu, treibt viele kleine Ausläufer und bildet an dem Standort, an dem er sich wohlfühlt, ganze Teppiche. Man findet ihn gerne an schattigen, feuchten Stellen, unter Hecken, an Gebüschen. Ein hervorragender Bodendecker, sofern man ihn lässt. Er ist nicht ganz so lästig wie der Giersch und findet seinen Einsatz in der Wildkräuterküche als „wildes Gewürz“. Denn seine Blätter riechen beim Zerreiben aromatisch würzig und sein Geschmack ist harzig bis leicht bitter.

Die kleinen nieren- bis herzförmigen Blätter sind an den Rändern eingekerbt und dunkelgrün. Ältere Blätter sind glänzend und werden ledrig. Macht man sich die Mühe und betrachtet seine kleinen blauen Blüten mit der Lupe, entdeckt man eine wunderschöne kleine Lippenblüte mit einer gut ausgebildeten Unterlippe. Eine Blüte für kleine Bienen und Schwebfliegen, die an die anmutigen Taubnesselblüten erinnern.  



Foto: © wiesengenuss
Anmerkung: Der Gundermann wird auch „Gundelrebe“ genannt. Sein ganz alter Name: „Gundram“ leitet sich wahrscheinlich vom gotischen Gund, auch Eiter, ab . Die Pflanze wurde in der Volksheilkunde zur Heilung von Wunden eingesetzt. Eine ganz alte Legende berichtet: „Wenn man am Walpurgistag einen Kranz aus Gundram aufsetzte, erkannte man alle Hexen“.  

Inhaltsstoffe: Der Gundermann enthält Bitterstoffe, so dass er, noch vor dem Hopfen, zum Bierbrauen verwendet wurde. Außerdem enthält er viel Vitamin C. So können mit seinen frischen Blättchen Salate oder Salatsaucen nicht nur gewürzt, sondern auch mit einen kräftigen Vitaminstoß versetzt werden.  

Ernte: Der Gundermann kann das ganze Jahr über geerntet werden. Vor allem im Garten, wo er regelmäßig abgemäht wird.  

In der Küche: Der Gundermann wurde früher als Gewürz in die Kartoffelsuppe verwendet. Seine Blüten enthalten Nektar und schmecken süßlich. Wegen seines kräftigen Geschmacks als Würze zu Salat, Wildkräutersuppen und Kartoffelgerichten. Auch unter Quark gemischt eignet er sich als würziger Brotaufstrich. Als Würze ist er im türkischen Ayran, ein erfrischendes Getränk aus Joghurt, Salz und Wasser, eine ganz besondere Delikatesse. Ganz ausgefallen ist auch ein Gundermann-Parfait.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen