Montag, 29. Juli 2013

HOLUNDER



SAMBUCUS NIGRA



Was hat der Holunder mit Frau Holle zu tun? Sein Name leitet sich wahrscheinlich von einer Göttin aus der nordischen Mythologie ab, sie hieß Holla oder Frau Holder. Der „Holler“ oder „Holderbusch“, wie er auch genannt wird, ist ein Teil vieler alter Märchen, Mythen und Kinderlieder: „Husch, husch, husch - wir gehen unter’n Hollerbusch....“. Im Frühsommer ist der Holunder übersät mit intensiv duftenden Blütendolden, die aussehen wie Schnee. Und wie wir uns erinnern, schneite es im Märchen von den Gebrüdern Grimm auf der ganzen Erde, wenn Frau Holle ihre Betten ausschüttelte. Andere Quellen berichten davon, dass sein Name auf das althochdeutsche holan-tar (engl hollow-tree), der hohle Baum zurückgeht. Seine mit leichtem Mark gefüllten Zweige werden beim Vertrocknen innen hohl. Sie enthalten Kieselsäure und wurden für Pfeile oder in der Steinzeit sogar zum Durchsägen von Steinen verwendet.

Foto: © wiesengenuss
Vorkommen: Der Holunder ist ein Menschenfreund. Er wächst bevorzugt in Gärten, in der Nähe von Häusern, Scheunen und Ställen. Auch an Waldrändern, in Gebüschen und am Bachrand. In nördlichen Breiten wird der Holunder „Flieder“ genannt.  

Anmerkung: Als Hausbaum schützt er „die Elfen drin“. Vor den Stall gepflanzt schirmte er das Vieh vor Verhexung ab und schützte Höfe vor Feuern, Seuchen und Verzauberung. Wohl auch deshalb ist der Hollerbusch so verbreitet in ländlichen Gegenden und Dörfern. Dem Landmann galt der Holunder als gesamte Hausapotheke: „Rinde, Beere, Blatt und Blüte, jeder Teil ist Kraft und Güte“.


Inhaltsstoffe: Die Blüten enthalten ein Flavonglykosid, das Rutin. Der Holunder enthält ätherische Öle, schweißtreibende Glykoside, Schleim, Zucker und Gerbstoffe, Kaffeesäure und eine fiebersenkende Substanz. Letztere konnte wissenschaftlich noch nicht eindeutig identifiziert werden. Die Früchte enthalten große Mengen Vitamin C, dazu Vitamin A, Kalium und andere Vitamine und Mineralstoffe. Blätter und Rinde enthalten vornehmlich Gerbstoffe. Zerriebene Blätter helfen bei einem Spaziergang gegen Mücken.

Ernte: Ab Mitte Mai können die Blüten geerntet werden, die Beeren ab Mitte September.  

Verwendung in der Küche: Der Holunder ist eine alte Heilpflanze, die traditionell auch in der Küche verwendet wurde. Seine Blüten und Beeren sind essbar, während alle grünen Teile roh giftig sind. Aus den Blüten stellt man Holunderblütensekt oder Hollerkücherl her. Die Blüten sind auch als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungen bekannt. Die dunkelvioletten Beeren eignen sich für Holunderbeerensaft, für Sorbet oder eine Mousse. Auch zu Wild- und Geflügelgerichten und Desserts in Kombination mit Birnen sind die aromatischen Beeren zu verwenden. Dabei sollten die Kernchen entfernt werden, da sie schwach giftig sind.



Holunderblütensirup

Foto: © wiesengenuss

hier geht's zum Rezept....



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