Sonntag, 28. Juli 2013

MÄDESÜß



FILIPENDULA ULMARIA


Im Sommer überziehen die weißen duftenden Blütenschleier des Mädesüß Feuchtwiesen und Auen. Sie ist die „Wiesenkönigin“. Ihre Französische Bezeichnung lautet deshalb „Reine du Prêt“. Diese bis zu zwei Meter hohe, königliche Staude gehört zu den Rosengewächsen. Ihr Blütenduft erinnert an eine Mischung aus Mimosen und Holunder, mit einem leichten Bittermandelton. Und ähnlich wie der Holunder kann sie auch in der Wildkräuterküche eingesetzt werden. Doch die Pflanze hat noch eine ganz andere Bedeutung: sie enthält Salizylsäure. Aus dieser wurde im 19. Jahrhundert erstmals das Arzneimittel Acetyl-Salizylsäure gewonnen. Das Aspirin! Im Namen Aspirin klingt noch der alte Name des Mädesüß an, nämlich das A für Acetyl und Spirin für Spierstaude. Später wurde der Grundstoff für das Aspirin aus Weidengewächsen gewonnen. Pflückt man ein Mädesüß und riecht an seinem Stängel, so erinnert der Geruch an Kinderpflaster, Zahnpasta oder Desinfektionsmittel. Es riecht „medizinisch“. Ihre Fiederblättchen erinnern an die asymetrische Form der Ulmenblätter, deshalb der lateinische Namenszusatz „ulmaria“.  

Foto: © wiesengenuss
Vorkommen: Das Mädesüß ist eine sogenannte "Leitstaude" in Hochstaudenfluren an nährstoffreichen Gewässerrändern. Hier wächst sie zusammen mit dem Blutweiderich, dem Beinwell, Baldrian, der Engelwurz, dem Weidenröschen und dem Gilbweiderich sowie gelegentlich der Sumpf-Schwertlilie. Sie liebt nährstoffreiche Böden, die meist auch lehmig-tonig sind. Weitere Vorkommen sind in Feucht- und Nasswiesen, auf Weiden, im Ufergebüsch und in Auwäldern, zum Beispiel Erlen-Eschenwäldern.  

Anmerkung: Der Name „Mädesüß“ kommt nicht vom „süßen Mädel“, sondern leitet sich von „Met“ ab. Früher wurde der Honigwein, der Met, damit aromatisiert: „Metsüße“. Die „Mede“ ist zugleich ein alter Begriff für gemähtes Grasland. Auf englisch „Meadow“.  

Inhaltsstoffe: Wie erwähnt, enthält das Mädesüß Salizylsäure, nach der Trocknung wird sie zur Acetyl-Salizylsäure. Dieses altbekannte Medikament wirkt fiebersenkend, entzündungshemmend, antirheumatisch und gerinnungshemmend. Ein Allheilmittel, nicht nur gegen Kopfschmerzen.  

Ernte: Geerntet werden die Blätter ab April, die Blüten von Juni bis August.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen