Mittwoch, 17. Juli 2013

SCHAFGARBE



ACHILLEA MILLEFOLIUM



Die Bezeichnung „Schafgarbe“ geht auf eine Beobachtung von Hirten zurück, die feststellten, dass sie von kranken Schafen besonders gerne gefressen wurde. Andere volkstümlichen Namen wie Bauchwehkraut, Blutstillkraut, Wundkraut, Frauendank oder Soldatenkraut geben einen Hinweis auf die Eigenschaften dieser alten Heilpflanze. Ihr Gattungsname „Achillea“ beruht auf der alten Sage, dass der thesaulische Centaur Cheiron im Trojanischen Krieg die Wunden des tapferen Achill mit der Schafgarbe heilte. Und schaut man sich die Blättchen dieser schönen Wiesenpflanze genauer an, wird deutlich, worauf der Artname „millefolium“ zurückgeht: zart gefiedert wie Federn, eben fast tausendblättrig, sind sie filigran unterteilt. Die Schafgarbe blüht weiß bis rosa, ihre kleinen Blütenköpfchen sehen in dichten Scheindolden zusammen. Doch nicht nur als Heilpflanze, auch als Gewürz in einem Wildkräutermenü oder als Dekoration für einen Wildkräutersalat, ist die Schafgarbe zu schätzen.

Foto: © Kaya Ute Mangold

Vorkommen: Die Schafgarbe wächst häufig auf Wiesen, an Wegrändern, auf Ruderalflächen, Halbtrockenrasen und natürlich auf (Schaf-)Weiden. Sie mag eher trockene, warme und helle Standorte. In den Alpen steigt sie bis fast 2000 Meter hoch. Die Schafgarbe ist sehr weit verbreitet und gehört zu den Pionierpflanzen, die schnell Schutt- und Rohböden besiedeln. Hier festigt sie mit ihren Wurzelausläufern den Boden für andere Pflanzen. 

Inhaltsstoffe: Die Gemeine Schafgarbe ist eine wertvolle und altbekannte Heilpflanze. Sie enthält ätherische Öle, Gerbstoffe und das entzündungshemmende Chamazulen. Alle Inhaltsstoffe zusammen wirken antibiotisch, krampflösend und entzündungswidrig. Mit ihren umfassenden heilenden Eigenschaften ist sie mit der Kamille vergleichbar. 

Ernte: Schon im Vorfrühling lassen sich die fein zerteilten Blättchen ernten. Auf gemähten Wiesen ist die Ernte frischer grüner Blättchen bis in den späten Herbst möglich. Ihre Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.

Foto: © wiesengenuss
In der Küche: Die Schafgarbe ist eine essbare Heilpflanze. Ihre Blättchen schmecken zartbitter, kampferartig und aromatisch. Roh sollten sie wegen ihrer Bitterstoffe sparsam wie ein Gewürz eingesetzt werden. Doch es sind eben diese Bitterstoffe, die für die Heilwirkung dieser Pflanze verantwortlich sind. In Speisen sorgen sie durch ihre gallensekretionsfördernde Wirkung für eine leichtere Verdauung und wirken magenberuhigend. Am Tellerrand ausgelegt oder in einer Wildkräutersuppe wirken ihre Fiederblättchen sehr dekorativ. Aus der Schafgarbe lassen sich in Kombination mit anderen Wildkräutern wie Brennnessel, Gundermann und Taubnessel „wilde“ Gewürzmischungen herstellen. Für Farbe und Duft sorgen Veilchen oder Kornblumenblättchen. Gegen Magenschmerzen hilft ein Schafgarbentee aus 2 gehäuften TL Kraut, die mit ¼ L kochendem Wasser überbrüht werden. Etwa 15 min ziehen lassen und dann abseihen. Der bittere Geschmack der Schafgarbe wird gemildert, wenn man die Blätter mit heißem Wasser überbrüht.










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