Montag, 29. Juli 2013

VEILCHEN



VIOLA ODORATA


Veilchen gehören zu den ersten Pflanzen, die im März auf Wiesen, unter Bäumen und im Garten erscheinen. Sie sind duftende Rosenbegleiter. Im Garten wächst am häufigsten das Duftveilchen (Viola odorata), auch Märzveilchen genannt. Gut erkennen kann man es an seinen herz- bis eiförmigen Blättern, den typischen Veilchenblättern. Weitere bekannte Vertreter der Veilchengewächse sind die Stiefmütterchen (Viola tricolor), die Hornveilchen (Viola cornuta) und das wilde Wald- oder Hainveilchen (Viola riviniana). Die Veilchen gehören zu den sogenannten „Frühlingsgeophyten“. Sie bilden ein Rhizom, eine Wurzelknolle, aus der sie nach der Winterpause sehr schnell austreiben können. Unter Laubbäumen und in lichten Wäldern ist der Boden im Vorfrühling bedeckt von diesen Pflanzen. Sie nutzen die ersten Sonnenstrahlen für Wachstum und Blüte, solange die noch kein Laub da ist. Hat sich das Laubdach gebildet, ist die Wachstumsperiode der Geophyten bereits beendet.

Vorkommen: Das Duftveilchen wächst bevorzugt unter Laubbäumen und Sträuchern, in Wiesen, an Waldrändern und unter sommergrünen Hecken und Gebüschen. Es liebt sonnige warme Rasenflächen in Gärten und Parks und bevorzugt lichte bis halbschattige Standorte. Seine Früchte werden von Ameisen verbreitet, so dass es überall im Garten auftauchen kann.

Anmerkung: Das Duftveilchen ist ursprünglich im Mittelmeergebiet und in Kleinasien bis hin zum Kaukasus und Kurdistan beheimatet. Schon in der Antike wurde es wegen seines Duftes in Gärten kultiviert, sowohl als Arzneipflanze als auch zur Bereitung von Duftwässern und Salben.   

Foto: © wiesengenuss
Inhaltsstoffe: Das Duftveilchen enthält Saponine, Jonon (s.u.), ätherische Öle, Pflanzenschleime und organische Säuren: In den Blüten finden sich Salizylsäureverbindungen, ähnlich der Acetylsalizylsäure "Aspirin", die das Veilchen es zu einer Heilpflanze machen.

Aroma: je nach Standort zarter bis starker typischer Veilchenduft, verantwortlich dafür sind die Jonone, leichtflüchtige Terpene mit "typischem Veilchengeruch". Geschmacklich entstehen Assoziationen, die an Pflaster, Medizin oder Kaugummi erinnern - verantwortlich dafür ist der  Salizylsäure- und Jonongehalt in den Blüten.

Ernte: Die Blüten und Blättchen des Veilchens können im Vorfrühling Anfang März gesammelt werden.

Foto: © wiesengenuss

Verwendung in der Küche: Feine und zarte Veilchenblätter eignen sich roh für Salate, die Blüten als Dekoration. Wegen ihrem Gehalt an natürlichen Schleimstoffen eignen sie sich auch zum Eindicken von Suppen und für Gemüsegerichte. Die duftenden Blüten können kandiert werden oder zu Veilchenessig, Veilchengelee und Veilchensirup verarbeitet werden.






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