Mittwoch, 9. April 2014

SAUERAMPFER


RUMEX ACETOSA



Der leckere, kleine Wiesensauerampfer ist die Lieblingspflanze vieler Kinder. Irgendwie schmeckt er wie Brause. Kinderleicht zu erkennen an seinen länglich spießförmigen Blättern mit kleinen Öhrchen am Stiel. Er hat ein köstlich zitroniges Aroma, nicht zu aufdringlich, aber spritzig. Der fein säuerliche Geschmack ist das Resultat einer Mischung aus Oxalsäure und Vitamin C. Zarter Sauerklee, Rhabarber und Spinat sind ebenfalls oxalsäurehaltig. Auch die kleinen rostroten Blüten schmecken säuerlich und können als dekorative Zutat über einen Wildkräutersalat gestreut werden.

Alle Ampfergewächse sind leicht erkennbar an ihren rostbraunen Löchlein in den Blättern. Der große Ampfer oder ältere Exemplare des Wiesen-Sauerampfers mit eben diesen Löchern sollten jedoch nicht mehr geerntet werden

Vorkommen: Der Wiesensauerampfer mag nährstoffreiche Böden mit ausreichender Wasserversorgung. Am günstigsten gedeiht er an schattigen oder halbschattigen frisch, feuchten Plätzen. Deshalb kommt er gerne auf Feuchtwiesen oder an schattigen Plätzen im Garten vor. Er gilt als Zeigerpflanze für vornehmlich mit Gülle gedüngtes Grünland.  

Anmerkung: Schon im Altertum wurde der Sauerampfer gerne als Ausgleich für fette Speisen verwendet. Seine milde Säure regt die Organe zur Fettverdauung an. Er wirkt blutreinigend, entschlackend und ist dank seines Vitamin C Gehaltes ein wichtiger Bestandteil einer Frühjahrskur.

Inhaltsstoffe: Der Sauerampfer enthält roh soviel Vitamin C wie eine Zitrone, dazu noch viel Eisen - aber auch Oxalsäure. In großen Mengen ist letztere für Nierenkranke nicht zu empfehlen, aber wer isst schon große Mengen Sauerampfer? Der Vitamin C Gehalt ist besonders im Frühjahr eine wichtige Vitamin-Spritze. Bei den Seefahrern galt diese Pflanze deshalb wie das Scharbockskraut, als Heilmittel gegen Skorbut. 

Ernte: Die Sauerampferblättchen schmecken am besten vor der Blüte ab Mai/Juni. Mittlerweile gibt es Züchtungen vom Gartensauerampfer, der nicht blüht. Hier können die Blätter fast das ganze Jahr über geerntet werden. Sie sind äußerst schmackhaft, doch fehlt ihnen ein Tick feiner Säure und Zartheit des wilden Wiesensauerampfers.  
Foto: © wiesengenuss

In der Küche: Viele Speisen schmecken erst dann wirklich gut, wenn sie aus einer ausgewogenen Mischung aus Süße und Säure bestehen. In eine Wildkräutersuppe oder einen Wildkräutersalat bringt der Wiesensauerampfer das gewisse Etwas an feiner Säure ein. Er ist ein fester Bestandteil der Grünen Frankfurter Soße. Da er schnell welkt, sollten die Sauerampferblättchen möglichst frisch verwendet werden. Sein zitroniger Geschmack bleibt auch beim Dünsten und Kochen erhalten, er verfärbt sich dann in ein zartes Rostbraun. Nur darf er nicht in einem Eisentopf gekocht werden, sonst entwickelt er einen metallischen Geschmack. Viele Rezepte bekommen den besonderen Kick durch Sauerampfer, beispielsweise Forellenfilets mit Sauerampfersoße, Überbackene Eier mit Sauerampfercreme und Omelettes. Als Würze für Kerbel- oder Kartoffelsuppen, rote Linsen, Tomaten- oder Gurkensalat ist er ebenfalls geeignet.



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SAUERAMPFER-GAZPACHO

Foto: Anke Schütz, Quelle: Essen & Trinken




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