Montag, 29. Juli 2013

SPITZWEGERICH

PLANTAGO LANCEOLATA

C. A. M. Lindman -
http://runeberg.org/nordflor/22.html

"Wie häufig der Wegerich den Weg säumt fällt uns nur selten auf. Mit seinen unscheinbaren Blüten, die eher an eine auf langem Stängel ruhende Grasähre erinnert, aus der kleine Blütchen mit zierlichen Staubgefässen schauen, geht er im bunten Wiesenallerlei fast unter. Weil der Wegerich sich von der Erde, in die er mit seiner ganzen Wurzel tief eindringt, nicht fesseln lassen will, treibt er seine Blüten hoch in die Gegenrichtung, dem Luftigen, dem Licht entgegen. Dabei muss er sich ganz besonders stark den Erd- und Wasserkräften entledigen. Diese Eigenschaft verleiht ihm die Kräfte auch feurige und überhitzte Prozesse zu kühlen. Der Wegerich vermittelt zwischen dem Wässrigen der Lebenskräfte und dem Luftigen des Lebensatems." (Quelle: Alpmed, Zweisimmen, CH).


Foto: © ALPMED Naturprodukte AG

Wie sein Name schon sagt - wächst der Wegerich meist am Wegesrand, oft sogar mitten im Weg. Auch in beweideten Wiesen und auf Almen kommt er gerne vor. Die bodenständige Blattrosette des Wegerichs ist trittfest und selbst bei starker Beweidung wachsen aus ihr immer wieder neue Blättchen hervor. Charakteristisch für seine Blätter sind fünf durchgehende, zähe Blattadern. Sie sorgen dafür, dass das Blatt auch bei Verletzung noch stabil bleibt.

Die Indianer Nordamerikas nannten die Pflanze „White Man’s Foot“, denn sie beobachteten, dass diese Pflanze überall dort wuchs, wo der Weiße Mann seinen Fuß hinsetzte. Die klebrigen Samen des Wegerichs haften an Fußsohlen, Tierpfoten, Schuhen und sogar Rädern, dies ist seine ganz spezielle Ausbreitungsstrategie. Planta heißt auf lateinisch die Fußsohle, daher sein wissenschaftlicher Name. Im Althochdeutschen ist wega der Weg und rih der König.

Als Heilpflanze ist der „König des Weges“ ein altbewährtes Kraut. Vom Hustensirup bis zum natürlichen Pflaster gegen Insektenstiche.

Foto: © ALPMED Naturprodukte AG
Vorkommen: Von Europa hat sich die Pflanze mittlerweile über die ganze Welt verbreitet. In Fettwiesen, Parkrasen, mageren Wiesen, an Wegen, in Äckern und auf Brachland findet man den Wegerich. Botanisch eine Charakterart der Grünland-Gesellschaften.

Botanisches: Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata), auch Spießkraut, Lungenblattl oder Schlangenzunge genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) gehört. In Mitteleuropa gibt es drei wichtige Wegerich-Arten, die an der Blattform unterschieden werden können. Den Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata) mit langen lanzettlichen Blättern, den Mittleren Wegerich (Plantago media) mit eiförmigen Blättern und den Breit-Wegerich (Plantago major) mit großen löffelförmigen Blättern. Alle drei enthalten die gleichen Wirkstoffkombinationen und können ähnlich verwendet werden.

Wirkstoffe: Die Wegeriche enthalten das antibakterielle Glykosid Aucubin sowie SchleimstoffeGerbstoffeKieselsäure und Saponine. Die Kombination der Inhaltsstoffe macht ihn so wertvoll. Arzneimittelzubereitungen aus Spitzwegerich haben reizmildernde, zusammenziehende und antibakterielle Wirkungen. Spitzwegerichsirup ist bekannt als bewährtes Hustenmittel, vor allem bei Reizhusten und bei akuten Entzündungen der Atmungsorgane. Durch einen lindernden Schleimüberzug schützt er die entzündeten Schleimhäute des Mund- und Rachenraums.
Dazu wirken die antibakteriellen Inhaltsstoffe entzündungshemmend und finden bei der Wundheilung ihren Einsatz.
In der Volksmedizin wird Spitzwegerich äußerlich in Form des frischen Presssafts als Wundheilmittel verwendet. Zerrieben oder gekaut gilt er als ein natürliches Pflaster und wird auf frische Wunden aufgelegt. Als "Wiesenpflaster" lindert er sofort Mückenstiche oder zum Beispiel Quaddeln, die durch Kontakt mit einer Brennnessel entstanden sind.

Ernte: Der Wegerich blüht von April bis September. Die Blätter können fast ganzjährig geerntet werden.

Foto: © wiesengenuss



In der Küche: Aufgrund seiner Bitterstoffe gilt er in der Wildkräuterküche als Gewürzpflanze und wird sparsam eingesetzt. Mit milderen Pflanzen wie Giersch, Vogelmiere kombiniert, ergibt er einen schönen Wildkräutersalat, findet Verwendung in Suppen oder bei Gemüsegerichten. Aus den Blütenköpfen kann ein feiner Spitzwegerichsirup zubereitet werden. Die Knospen können auch wie die Gänseblümchen als „Wilde Kapern“ eingelegt werden.


Quellen & Lesenswertes





















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