Montag, 2. Mai 2022

URKAROTTE "Schwarze Karotte" & Weißer Fisch

 

Foto: Ute Mangold, wiesengenuss


"Am Anfang war die Urkarotte - schon in der Steinzeit aßen die Menschen dieses wilde Gemüse"
So hieß es in einer Werbung. Doch eigentlich müsste es heißen: "Schon in der Jungsteinzeit aßen die Menschen..." und zweitens handelt es sich bei der Karotte, die als Urkarotte gehandelt wird, nicht um die Urform dieses Wurzelgemüses, sondern um eine Kreation der Saatgutindustrie. Unter Namen wie "Purple Haze" oder "Lila Möhre aus der Pfalz" und "Betasweet" wird sie gehandelt. Und wenn man genau auf das Kleingedruckte auf den Samenpäckchen achtet, so erkennt man dass es sich um eine „F1-Hybride„ handelt.

Doch zurück zur Steinzeit. Da gab es noch gar keine Karotten, zumindest nicht die, die wir heute kennen. Die Menschen waren Jäger und Sammler und auf ihrer Wanderschaft über die eiszeitlichen Steppen Mitteleuropas, sammelten sie vielleicht auch eine aromatisch riechende Pflanze mit verdickten Wurzeln - die Wilde Möhre. Die Wurzeln dieser Wildform waren hellweiß bis gelblich und eher zäh.
Später erst im Neolithikum, der Jungsteinzeit, als die Menschen sesshaft wurden und mit Ackerbau begannen, entstand durch Kultivierung der Wilden oder Ur-Möhre die heutige Form der Möhre. Also ein paar zehntausend Jahre später. Aus den zähen kleinen weißen Wurzeln der wilden Steppenpflanze züchteten die ersten Ackerbauern saftige, fleischige und bunte Wurzeln. Die Farbe der damals angebauten Ur-Karotten reichte von weiß über rot, violett bis hin zu schwarz. Die ersten Kulturformen gab es in der Region von Afghanistan vor 1100 Jahren. Die orangefarbene Möhre (Daucus carota subsp. sativus) soll angeblich von holländischen Landwirte aus Verehrung des Königshauses Oranien gezüchtet haben. Dabei wurden gelbe und schwarze Karottensorten miteinander gekreuzt. Doch belegt ist die Theorie nicht.

Dann Ende der 1980er Jahre hatten Forscher in den USA die Idee, eine schwarze Ur-Karotte mit der uns heute bekannten orangefarbenen Karotte zu kreuzen. Ziel dieser Kreuzung war es, den geschmacklichen Ursprung der Karotte wieder aufleben zu lassen. Die entstandene Sorte ist vom Geschmack her süßer, saftiger und mit zusätzlichen Nährstoffen ausgestattet. Sie enthält bis zu vierzig Prozent mehr Betacarotin, eine Vorstufe von Vitamin A, als die herkömmliche orangefarbene Karotte. Für ihre ausgefallene dunkle Farbe sorgt der lilafarbene Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der auch in Johannisbeeren, Brombeeren, blauen Trauben oder Auberginen enthalten ist. Die Anthocyane fangen "freie Radikale" in den menschlichen Zellen ab und sind an Energieübertragungsprozessen beteiligt. Sie wirken antioxidativ und blutdrucksenkend und sollen somit helfen, Krebs und Herzinfarkten vorzubeugen.

Die neugezüchtete Schwarze oder Lila Möhre stammt aus der Pfalz und wird BetaSweet genannt. Und eben hier in der Pfalz habe ich sie das erste Mal erstanden auf einem Markt in Landau. Mein botanisches Forscherinteresse war damit geweckt. Wie ich aus dem Deutschlandfunk erfahre wird sie wird mittlerweile in ganz Deutschland vermarktet, vor allem in Bio-Läden. Auf der diesjährigen Obst- und Gemüsemesse „Fruit Logistica“ wurde sie von einem internationalen Fachpublikum zur drittbesten Innovation des Jahres gewählt. Entdeckt und nach Deutschland geholt wurde die lila Möhre von Bernd Schmidt, dem Geschäftsführer eines Gemüsehandels im pfälzischen Lambsheim. 
  
Schwarze Karotten oder Möhren sind  ungewöhnlich und urtümlich. Schwarz sind sie wegen ihres hohen Beta-Karotin und Anthocyangehalt, das sind die Farbstoffe - auch als Vitamine und Antioxidantien bekannt. Sie schmecken erdig und süß. Sie sind gesund und echt lecker! 

und noch ein schnelles Rezept:
Schwarze Karotte & Weißer Fisch

Zutaten
250 g Kabeljau (hier: WWF Kabeljau)
3 Kartoffeln (Sorte: Berner)
1 Bund Möhren
Roter Pfeffer (hier der echte von Ingo Holland)
Ingwer (hier in Sirup eingelegter)
Salz, Pfeffer, Chiliflocken


Zubereitung
Zunächst die Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen. Die Möhren schälen und in große Würfel schneiden. In einem Topf mit Roh-Rohrzucker, Ingwer und viel Butter glasieren. Den Fisch in Stücke schneiden und in einer Pfanne in Zitronensaft und Butter etwa 10 Min dünsten, so dass er weiß bleibt. Mit dem Rotem Pfeffer und Chiliflocken würzen. Alles zusammen auf einem Teller anrichten. Fertig.









Montag, 25. April 2022

PUNTARELLE alla Romana

Vulkanspargel und Kochbuch "Bitter" von Ela Rüther. Foto: Ute Mangold, wiesengenuss


Auf dem Wochenmarkt in Offenburg (Südbaden) fand ich ein interessantes Gemüse. Es sieht aus wie eine Mischung aus gebleichtem Löwenzahn und Zichorie. Die Gemüseverkäuferin meinte, das sei "VULKANSPARGEL", auch PUNTARELLE genannt. In Italien auch CICORIA CATALONGA genanntMeine botanische Neugier war geweckt. Den muss ich haben! Nur, was mach ich daraus? Gibt es typische Gerichte dafür? Und was ist das für ein Gemüse? Ist es eine Art Löwenzahn, eine Zichorie oder vielleicht sogar mit der Endivie verwandt?
Hans Gerlach schreibt im SZ Magazin über die Puntarelle: "Dunkel, elegant und alles andere als lieblich sieht die Scheinzichorie aus. Im Sommer heißt sie Catalogna, ihre Blätter schmecken bitter. Im Winter wachsen neue Triebe aus der Mitte der Blattrosette, die sogenannten Puntarelle. Das ist einfach die Verniedlichung des italienischen Wortes »punta« für Spitze. Sie sind hohl, sehen aus wie zartgrüne Spargelköpfe und schmecken superknackig, frisch und zwar am besten roh. Auch Puntarelle sind nicht frei von Bitterstoffen, aber die Dosierung ist perfekt. Wer Artischocken mag, wird Puntarelle lieben."
Die Puntarelle, Blattschösslinge im Innern des Vulkanspargels, Foto: Ute Mangold, wiesengenuss

 Das Blättern in meinen Botanikbüchern ergab: In der Tat, der Vulkanspargel ist eine Verwandte der Endivie. Wie sie gehört sie zu den Wegwarten- oder Zichoriengewächsen. Weitere bekanntere Verwandte sind der Chicorée und der Radicchio. Heute weniger bekannt sind ältere Kulturformen wie der Zichoriensalat, auch Zuckerhut genannt, oder die Wurzelzichorie. In Sämereien wird die Puntarelle auch als Zichoriensalat "var. Catalonga" geführt. Ich lese weiter, dass alle genannten Varianten ursprünglich von der Wegwarte (Cicorium intybus) abstammen. Die Pflanze mit den schönen blauen Blüten, die im Sommer gerne an Straßen- oder Wegrändern steht. Der Löwenzahn dagegen ist ein weitläufigerer Verwandter. Allen gemein sind die in ihnen enthaltenen Bitterstoffe, weshalb sie manchen Menschen gedünstet besser schmecken oder die Salatsauce mit Honig und Zitrone würzen, was die Bitterstoffe abmildert. In Italien werden der Salatsauce noch Sardellen zugefügt, die ebenfalls für eine Milderung sorgen. 


Und jetzt die Frage: Was machen wir damit? Einen Salat.. zu Fleisch...zu Pasta? Ein Freund von uns kannte das Gemüse aus Rom, dort im Latium wird die Puntarelle traditionell zu Pasta gedünstet mit Knoblauch, Olivenöl und Pinienkernen serviert. Gewürzt wird mit Sardellen. Ok, dann probieren wir das mal aus...

Foto: Ute Mangold, wiesengenuss

PASTA mit PUNTARELLE, 
Knoblauch, Olivenöl und Pinienkernen

ZUTATEN
für vier Portionen

1 Kopf Puntarelle
500 g Spaghetti
2 Knoblauchzehen
4 El Olivenöl
3-4 kleine Sardellen aus dem Glas
Salz, Pfeffer
1 El Pinienkerne
Salz, Pfeffer und
ca. 150 g Parmesan (Grana Padano, Parmigiano Reggiano oder ein anderer Hartkäse)


ZUBEREITUNG

Den Strunk der Puntarelle abschneiden und die Stängel mit den Blättern aus der Mitte der Puntarelle herausschneiden, waschen und abtropfen lassen und anschließend in ca. 6 cm lange Stücke schneiden.
Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden.
Die Sardellen auf Kreppapier legen bis das überschüssige Öl aufgesogen ist und dann in feine Stücke schneiden.
Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl vorsichtig anrösten und auskühlen lassen.
Einen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen und die Spaghetti darin al dente garen, dann auf ein Sieb abgießen.
Öl in einer Pfanne erhitzen und zuerst den vorbereiteten Puntarelle, bei mittlerer Hitze goldbraun anbraten, nach 2 Minuten den Knoblauch und die Sardellenstückchen zugeben.
Nudeln in die Pfanne geben, nochmals durchschwenken, mit Salz und Pfeffer würzen, mit geriebenem Hartkäse servieren und die Pinienkerne darüber verteilen.


Botanisches und Hintergründe:
"Der Vulkanspargel vom Kaiserstuhl"

Vulkanspargel, Foto: Ute Mangold, wiesengenuss


Die weitere Recherche ergab, dass das interessante Gemüse im Latium rund um Rom angebaut wird, aber ursprünglich sogar aus Mitteleuropa stammt. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts sei die sogenannte Spargel-Zichorie, auch Vulkanspargel genannt, vermutlich auch am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg heimisch gewesen, berichtet das Plenum Naturgarten Kaiserstuhl. Dann sei sie von der Bildfläche verschwunden und in Vergessenheit geraten. Jetzt habe man den Vulkanspargel in Italien wieder entdeckt und wieder an den Kaiserstuhl zurück gebracht.

Die Pflanze liebt die Wärme. Gepflanzt wird sie im Hochsommer, und auch wenn er bis in den Winter hinein geerntet wird, verträgt sie keinen extremen Frost: „Bei sieben Grad Minus ist Schluss“, warnt Diana Pretzell vom Plenum Naturgarten Kaiserstuhl. Dieses Klima kann der Kaiserstuhl bieten, mit seinem einzigartigen Mikroklima und den vulkanischen Böden, die vielen seltenen und wärmeliebenden Pflanzen Heimat bieten.

Bei den Böden ist der Vulkanspargel durchaus wählerisch: „Falls der Boden nicht geeignet ist, können sich die Bitterstoffe, die ohnehin sehr stark sind, noch verstärken“, warnt Pretzell. Im August würden die Samen ausgebracht. „Bis Dezember hat man eine relativ hohe Garantie, dass die Temperaturen nicht zu stark fallen“, erklärt die Expertin. Denn auch wenn es im Winter gut wächst, ist das seltene Gewächs nicht besonders frostresistent. Wie beispielsweise Fenchel sei auch der Vulkanspargel etwas komplizierter anzubauen. 

Der Vulkanspargel hat einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt: Er ist reich an Vitamin A, Calcium, Phosphor, Eisen und Carotin. Zudem stärkt das Gemüse Verdauung und Kreislauf. Daher wird der Vulkanspargel auch als ayurvedische Heilpflanze verwendet.



Sonntag, 17. April 2022

LÖWENZAHN

TARAXACUM OFFICINALE 
Taraxacum officinale aus Köhlers Medizinalpflanzen (wikimedia commons)


Familie der Korbblütengewächse
(Asteraceae)

Der Löwenzahn trägt viele Namen: Pusteblume, Butterblume, Kuhblume und wegen ihrer harntreibenden Wirkung wird er in manchen Gegenden auch Pissblume, Seichkraut, Bettsoicher oder Bettsäächer genannt. Am Kaiserstuhl wird er Bieselin genannt, wie ich kürzlich erfahren habe. Seine diuretischen, sprich harnfördernden Eigenschaften werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit etwa 2.000 Jahren verwendet. Wobei es hier um die Inhaltsstoffe der Blätter geht. Die „Pusteblume“, wie sie von Kindern genannt wird, wächst praktisch überall und ist nahezu unausrottbar. Was allerdings auch auf seine Vitalität und Kraft auch als Heilpflanze hinweist.

Er ist eine alte Kulturpflanze und sein lateinischer Namenszusatz officinale deutet schon auf eine Nutzung in Klostergärten hin. Die Blätter, Blüten und Wurzeln werden in der Kräutermedizin oder als Lebensmittel verwendet.

Vorkommen: Der Löwenzahn wächst in Fettwiesen, auf Weiden, in Äckern, auf Schutt, in Gärten - und sogar zwischen Pflastersteinen setzt er sich durch. Als sogenannte „Rosettenpflanze“ wächst er immer wieder aus seiner bis zu zwei Meter (!) langen Pfahlwurzel nach. Dadurch setzt sich der Löwenzahn besonders an Stellen durch, wo andere Pflanzen durch Tritt oder durch Mahd zerstört werden.

Anmerkung: Alle Pflanzenteile enthalten weißen Milchsaft mit dem Bitterstoff Taraxacin und Gummi, besser gesagt Latex. In Russland wurden im zweiten Weltkrieg aus einem Verwandten vom Löwenzahn sogar Autoreifen hergestellt, so habe ich das irgendwo mal gelesen. Der hohe Anteil an Bitterstoffen (Taraxacinen) soll die Gallensekretion erhöhen und die Magensaftproduktion steigern.

Inhaltsstoffe: Der Löwenzahn gehört zu den schon in der Volksmedizin bekannten Naturheilkräutern. Er enthält etwa zehnmal so viel Vitamin C wie Kopfsalat. Dazu den Bitterstoff Taraxacin, den für Diabetiker geeigneten Zuckerersatzstoff Inulin, Cholin, Vitamin B2, Harze, Triterpene und verschiedene Carotinoide. Sein Provitamin A Gehalt ist höher als der von Karotten. Bemerkenswert ist sein hoher Kaliumgehalt. Mit seiner harntreibenden Wirkung wurde er auch zur sogenannten „Blutreinigung“ eingesetzt: Als Teil einer Frühjahrskur mit Kräutern hilft er dem Körper zu "entschlacken", wie man früher gesagt hat, da er sämtliche Verdauungsorgane, Niere und Blase anregt. Dies wirkt sich laut Studien auch positiv auf Rheumatismus oder Gicht aus.

Löwenzahn (Taraxacum officinale) im Weinberg bei Durbach, April 22, Foto: Ute Mangold, wiesengenuss

Ernte: Vor allem im Frühjahr von März bis Juni ist die beste Erntezeit für Blüten und Blättchen. Zarte Blätter können aus der Rosette das ganze Jahr über frisch geerntet werden.

Verwendung in der Küche: In Frühjahrssalaten wirkt er appetitanregend. Die Blätter des wilden Löwenzahns sind etwas bitterer als die des Kulturlöwenzahns. Ältere Blätter können gekocht als Gemüse auf vielfältige Weise zubereitet werden. Aus Löwenzahnblätter, Wegerich und Brennnesseln wurde früher eine hervorragende Suppe mit vielen Vitaminen und entschlackenden Bitterstoffen zubereitet. Bei vollem Sonnenschein geerntet ergeben die Blüten ein goldgelbes Gelee oder einen Sirup, den „Löwenzahnblütenhonig“. Aus den Blüten lässt sich auch ein intensiv gelber Tee zubereiten oder der in angelsächsischen Ländern beliebte spritzige „Dandelion wine“. Die Blütenknospen können wie Kapern eingelegt werden. Aus den Wurzeln lässt sich sogar Kaffee aufbrühen. Vor allem in der Nachkriegszeit wurde er ähnlich wie Zichorienkaffee eingesetzt. In Japan wird die Wurzeln in Öl und Sojasauce gebraten oder in Brandteig ausgebacken.




und hier geht es weiter zum Rezept
LÖWENZAHNBLÜTENSIRUP & ZIEGENKÄSE 

Löwenzanblütenhonig & Ziegenkäse, Foto: Ute Mangold, wiesengenuss


Dienstag, 5. April 2022

SAUERKLEE

OXALIS ACETOSELLA

„Das Licht im Dunkeln des Waldes“

Im Frühling bringt er lichtes frühlingshaftes Grün ins Dunkel des Waldbodens. „Wo kein Gras mehr wächst, wo das Licht die Pflanzenwelt nicht mehr zum Leben erweckt, gelingt es dem Sauerklee, Seelen-Lichtkräfte heranzuholen, zu assimilieren“, so heißt es. Trotz seiner Zartheit hat er eine große Strahlkraft, die seine weißen, rot geäderten fünfblättrigen Blüten von April bis Juni unterstreichen. Die herzförmigen, zu dritt angeordneten Blätter ähneln denen des Klees, mit dem er aber nicht verwandt ist. Sie klappen sich durch einen Zelldruckmechanismus in verschiedenen Situationen zusammen. Der Sauerklee, der eindrucksvollste Kleesäure (Oxalsäure) Erzeuger, zeigt sich als ein wichtiges Grundheilmittel aus dem Pflanzenreich.

Waldsauerklee (Oxalis acetosella) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Sauerklee (Oxalis), die zur Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae) gehört.
Es handelt sich beim Waldsauerklee um eine Reliktart; die meisten der etwa 800 Oxalis-Arten sind tropisch oder subtropisch verbreitet.
Verbreitet ist der Waldsauerklee in den nördlichen und gemäßigten Breiten Europas und Asiens.
Waldsauerklee wächst auf sauren Waldböden an ausgesprochen schattigen und frischen bis feuchten Stellen in Laubmischwäldern und Nadelwäldern. Er kann auch tieferen Schatten ertragen.
Es handelt sich um die schattenverträglichste heimische Pflanzenart, die bei einem Minimum von 1/160 des Tageslichtes noch wachsen kann. Bei starker Sonnenbestrahlung verändert die Pflanze die Stellung ihrer Blätter, indem sie die Fiederblätter nach unten zusammenklappt. Hierdurch schützt sich der Waldsauerklee vor Wasserverlust infolge von Transpiration, da sich die Spaltöffnungen der Blattunterseiten aneinanderlegen. (Quelle: wikipedia)

Sauerklee (Oxalis acetosella) Foto: Ute Mangold, wiesengenuss

Inhaltsstoffe: Seit dem Altertum fand der Sauerklee als Heilpflanze, z.B. gegen Geschwüre, Verdauungsbeschwerden und Sodbrennen Verwendung. Als wichtiger Vitamin C Lieferant im Frühling mit seinem zarten säuerlichen Geschmack wurde er auch gerne als Beigabe zu Spinat, Salat und Kräutersuppen gereicht.

Die Pflanzen enthalten Kleesalz (Kaliumhydrogenoxalat) und Oxalsäure, die den sauren Geschmack verursachen, sowie in Rhizomen Derivate des Anthrachinon und in den Samen fette Öle.

Und das in ihr enthaltene Salz der Oxalsäure fand Verwendung in der Textilfärberei, zur Beseitigung von Tinten- und Rostflecken aus Leinenzeug, zum Bleichen von Stroh, Stearin und zum Putzen von Kupfer und Messing.

Der Sauerklee wurde bis ins 19. Jahrhundert im Schwarzwald zur Bereitung von Sauerkleesalz Sal Acetosellae oder Acidum oxalicumgesammelt, das zur Politur von Marmor und anderen Kalksteinen, sowie zur Entfernung bestimmter Ablagerungen auf Naturstein und Verfärbungen von Eichenholz verwendet wurde. In diesen Zusammenhängen wurde fälschlich auch von Bitterkleesalz gesprochen.

Botanisch gesehen ist der Sauerklee jedoch nicht mit den anderen Kleearten verwandt, sondern gehört einer eigenen Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae) an. 



"Der Sauerklee, das „Licht im Dunkeln des Waldes“ ist ein hilfreiches Mittel gegen die Frühjahrsmüdigkeit! Er hilft die Blockade durch das „Dunkle Wesen“ zu lösen. So dient der Sauerklee auch zur Harmonisierung des Stoffwechsels. Lindert Gallenkoliken, Magen-Darm-Krämpfe und Nabelkoliken bei Kindern. Zur Anregung der Lebertätigkeit, lösend bei Neigung zur Steinbildung. Bei seelischen und traumatischen Schockzuständen, bei lokalem Gewebeschock durch operative Eingriffe und Unfälle und dadurch bedingten Narbenstörungen ordnet Sauerklee das Gefüge von Seele, Geist und Körper. Löst Waden- und Gefäßkrämpfe. Regelt den Oxalsäurestoffwechsel in Gallenflüssigkeit und Nieren. Bei Wetterfühligkeit über die Galle legen. Sauerklee entkrampft und beseelt." (Quelle: alpmed


Urheber. Von Schnobby - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19055735


und hier noch ein wundervolles Rezept von Uwe von Highfoodality

IN ZITRONENMELISSEN-KOMBUCHA EINGELEGTE TOMATEN, SAUERKLEE, VANILLEEIS

Bildquelle: Highfoodality: Desserts, wie ich sie mag: süß-saure, in Kombucha eingelegte Tomaten, dazu ein selbst gemachtes Vanilleeis und Sauerklee.


Freitag, 1. April 2022

WILDKRÄUTER für die FRÜHJAHRSKUR

Wildkräutersammlung Frühjahr 2022 @Kinzigtal, im Uhrzeigersinn: Schafgarbe, Wiesenschaumkraut, Sauerampfer, Gänseblümchen, Pimpinelle, Sauerklee, Hainbuchenblätter. Unten Scharbockskraut, Mitte Knoblauchsrauke.

Der März in diesem Jahr war wieder ungewöhnlich mild. Viel Sonnenschein und tagsüber Wärme bis zu 21 Grad. Die Straßencafés sind offen, die Grillsaison eröffnet, alle Aktivitäten wurden nach draußen verlagert. Doch da macht sich auch so eine komische Müdigkeit breit...

Woher kommt nur diese komische Schlappheit, ausgerechnet jetzt, wo es wieder so schön warm wird? Die Apotheker:in meint:
"Das Frühjahr signalisiert Wärme und ein verbessertes Nahrungsangebot. Bevor jedoch ein aktiverer Stoffwechsel unseren Körper regenerieren kann, muss er viele Ablagerungen mobilisieren, die zur Frühjahrsmüdigkeit mit Schweregefühl, Schlafstörungen oder Kreislaufproblemen führen können." (Quelle: apotheke-naturalis.at).
Ablagerungen? Das ruft nach Entschlackung - Zeit für eine Frühjahrskur! Zeit für eine Vitamin-Antioxidantien-Phenole-Tannine-Kräuterkombi, einen Grünen Smoothie. Oder wie wäre es mit einer Suppe? Mit frisch gepflückten wilden Kräutern und Blüten zur Dekoration? Essbare Blüten. Denn sie wachsen schon wieder überall, die kleinen Superhelden. Frisches Grün sprießt nun wieder an den Bachrändern, unter den Bäumen, ja auch im Garten, in den Beeten. 

Doch, Halt, nicht einfach so rausrupfen..! Genau anschauen. Ist das nicht ein kleiner Sauerampfer, erkennbar an den "Öhrchen", die den Stängel umfassen. Dieses Blatt riecht nach Knoblauch, wenn man es reibt also eine Knoblauchsrauke. Dazu noch Schafgarbe, die an ihren vielen kleinen Fiederblättchen gut zu erkennen ist. Als Deko eignen sich Gänseblümchen und Löwenzahnblüten. Auch Bäume eignen sich mit ihren frischen Trieben im Vorfrühling zum pflücken, so die ganz jungen Blättchen der Hainbuche . Dazu noch ein paar zarte Blättchen des Scharbockskraut , allerdings muss man da aufpassen, dass es nicht schon blüht, denn da wird es leicht giftig. Und noch eine Besonderheit stand in diesem März auf der Wiese: Das kresseähnliche Wiesenschaumkraut dessen rosa-lila Blüten nicht nur dekorativ sind, sondern auch fein nach Senf schmecken. Und Pimpinelle natürlich, die darf auch nicht fehlen. Sie wächst oft an Böschungen oder Wegrändern. 

Und schon haben wir sie erreicht die magische Zahl Neun. Neun Kräuter sollst du pflücken. Neun Kräuter für die Gründonnerstagssuppe, die Grie Supp oder Grüne Sauce. Neun Kräuter nimmt man auch für den Kräuterstrauß an Maria Himmelfahrt oder für Räuchermischungen.

(Klicken Sie einfach auf die Links, da sind die Wilden Kräuter beschrieben und fotografiert, so dass Sie sie leichter bestimmen können)


Klassisch und wild:
Frühjahrskur nach Alexander von Humboldt

Von seinem Arzt Christoph Wilhelm Hufeland wurde der bekannte Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) von der Notwendigkeit einer natürlichen Lebensweise überzeugt. Mit einer Frühjahrskur aus frischen Wildkräutern entschlackte sich der Berliner jedes Jahr nach den langen kalten Wintern, um wieder fit zu sein für seine Abenteuer in der ganzen Welt. Zum Beispiel den über 6.000 Meter hohen Chimborazo in den Anden ohne Sauerstoffmaske zu besteigen. Hmm, das muss man erst mal schaffen. Vielleicht lag es ja auch an seiner regelmäßigen Kräuterkur, dass er so fit war? 


..man nehme..... 


eine Handvoll eingefangenen Sonnenschein pro Person. Also Löwenzahnblüten, Gänseblümchen und zarte Blätter von den Wildkräutern, die Sie im Frühling bei sich finden. Ausser den oben genannten Kräutchen können dies auch noch
GierschWeinbergslauch und etwas Brennnesseltriebspitzen. Je nachdem was man findet. Alle frischen Wildkräuter enthalten sehr viel Vitamin C und andere Antioxidantien, dazu sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralstoffe! Wer sich noch nicht so auskennt mit Wildkräutern oder zu wenig findet nimmt (dazu) frische zarte Kräuterspitzen vom Markt. Dazu Gänseblümchen und Veilchenblüten als essbare Deko. Bitte darauf achten, höchstens nur eine Handvoll Kräuter zu pflücken.

Die Kräuter mixt man auf mit ein wenig Wasser und Zitronensaft, gibt Rohrzucker und Joghurt dazu und schmeckt das ganze nach Belieben und mit viel Liebe ab. Manche mögen mehr Zucker, weil die Kräuter doch etwas bitter schmecken, manche mögen weniger. Auch die Säurebalance macht man je nach Geschmack. Auf jeden Fall ist es wichtig, einen leckeren Kräutersaft herzustellen, der auch schmeckt! Eine gute Idee ist es auch, den Kräutersaft noch mit Apfel- oder Traubensaft oder Kiwi, Mango, Ananas und anderen Südfrüchten zu verfeinern. 

Der Vorteil dieser Frischpflanzenkur gegenüber der Suppe ist, dass die Vitamine nicht zerstört werden, der Nachteil: Es könnte ein wenig zu sehr die Verdauung beschleunigen... Also einfach mal ausprobieren!

Ein tolles Rezept für eine Wild-Kräutersuppe, auf die selbst Alexander von Humboldt gesetzt haben soll, habe ich hier gefunden: Sunfood-Stories: Neun-Kräuter-Suppe. Unbedingt zum Nachmachen empfohlen. 


Links zu - KRÄUTERPORTRAITS & BOTANISCHES 

Auch ein paar Infos, wie die Pflänzchen in der Küche verarbeitet werden können, finden Sie in meinem KRÄUTER & GEMÜSE Blog.


FAZIT

Eine Frühjahrskur mit Frischen Kräutern sorgt für:

  • die Mobilisierung von Säurebelastungen aus dem Bindegewebe
  • eine verbesserte Ausscheidung über Leber und Niere
  • die Entlastung von Haut und Schleimhaut als Ausscheidungsorgane – Folge: frischerer Teint und geringere Infektanfälligkeit
  • und die Reinigung des Lymphsystems zur Bluterneuerung
  • Bitterstoffe regen die Magen-Darmtätigkeit an, 
  • die Brennessel wirkt entschlackend und blutreinigend und 
  • Nährstoffe wie Eisen und Vitamin C regen die Blutbildung und das Immunsystem an. 
Bei der Zubereitung der Suppe sollte man allerdings darauf achten, dass die Kräuter nicht mitgekocht werden, da die Nährstoffe ansonsten zerstört werden.

Also dann raus aus dem Liegestuhl, rein in die Natur. Kräuter pflücken!

 








    Donnerstag, 31. März 2022

    SCHAFGARBE


    ACHILLEA MILLEFOLIUM




    Die Bezeichnung „Schafgarbe“ geht auf eine Beobachtung von Hirten zurück, die feststellten, dass sie von kranken Schafen gerne gefressen wurde, vor allem wenn diese Magenprobleme hatten. Andere volkstümliche Namen wie Bauchwehkraut, Blutstillkraut, Wundkraut, Frauendank oder Soldatenkraut geben einen Hinweis auf die Eigenschaften dieser alten Heilpflanze. Ihr Gattungsname „Achillea“ beruht auf der alten Sage, dass der thesaulische Centaur Cheiron im Trojanischen Krieg die Wunden des tapferen Achill mit der Schafgarbe heilte. Und schaut man sich die Blättchen dieser schönen Wiesenpflanze genauer an, wird deutlich, worauf der Artname „millefolium“ zurückgeht: zart gefiedert wie Federn, eben fast tausendblättrig, sind sie filigran unterteilt. Die Schafgarbe blüht weiß bis rosa, ihre kleinen Blütenköpfchen sehen in dichten Scheindolden zusammen. Doch nicht nur als Heilpflanze, auch als Gewürz in einem Wildkräutermenü oder als Dekoration für einen Wildkräutersalat, ist die Schafgarbe zu schätzen.

    Schafgarbe (Achilea millefolium) Foto: Ute Mangold, wiesengenuss

    Vorkommen: Die Schafgarbe wächst häufig auf Wiesen, an Wegrändern, auf Ruderalflächen, Halbtrockenrasen und natürlich auf (Schaf-)Weiden. Sie mag eher trockene, warme und helle Standorte. In den Alpen steigt sie bis fast 2000 Meter hoch. Die Schafgarbe ist sehr weit verbreitet und gehört zu den Pionierpflanzen, die schnell Schutt- und Rohböden besiedeln. Hier festigt sie mit ihren Wurzelausläufern den Boden für andere Pflanzen. 

    Inhaltsstoffe: Die Gemeine Schafgarbe ist eine wertvolle und altbekannte Heilpflanze. Sie enthält ätherische Öle, Gerbstoffe und das entzündungshemmende Chamazulen, ein entzündungshemmender Stoff, der auch in der Kamille enthalten ist. Kamillenblütenöl ist wohl eine der am häufigsten verwendeten und ältesten Naturarzneien. Die Wirkung beruht auf einem Stoffgemisch verschiedenster Stoffe (meist Flavonoide und Terpene bzw. Terpenderivate); die entzündungshemmende Wirkung ist vor allem auf die darin enthaltenen Stoffe Bisabolol, Matricin und Chamazulen zurückzuführen. (Quelle: wikipedia)
    Soll heißen, nicht ein Inhaltsstoff alleine, sondern alle Inhaltsstoffe wirken in Kombination antibiotisch, krampflösend und entzündungswidrig. Und mit ihren umfassenden heilenden Eigenschaften ist die Schafgarbe mit der Kamille vergleichbar.
    Gegen Magenschmerzen hilft ein Schafgarbentee aus 2 gehäuften TL Kraut, die mit ¼ L kochendem Wasser überbrüht werden. Etwa 15 min ziehen lassen und dann abseihen. Der bittere Geschmack der Schafgarbe wird gemildert, wenn man die Blätter mit heißem Wasser überbrüht.

    Ernte: Schon im Vorfrühling lassen sich die fein zerteilten Blättchen ernten. Auf gemähten Wiesen ist die Ernte frischer grüner Blättchen bis in den späten Herbst möglich. Ihre Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.

    In der Küche: Die Schafgarbe ist eine essbare Heilpflanze. Ihre Blättchen schmecken zartbitter, kampferartig und aromatisch. Roh sollten sie wegen ihrer Bitterstoffe sparsam wie ein Gewürz eingesetzt werden. Doch es sind eben diese Bitterstoffe, die für die Heilwirkung dieser Pflanze verantwortlich sind. In Speisen sorgen sie durch ihre gallensekretionsfördernde Wirkung für eine leichtere Verdauung und wirken magenberuhigend. Am Tellerrand ausgelegt oder in einer Wildkräutersuppe wirken ihre Fiederblättchen sehr dekorativ. Aus der Schafgarbe lassen sich in Kombination mit anderen Wildkräutern wie Brennnessel, Gundermann und Taubnessel „wilde“ Gewürzmischungen herstellen. Für Farbe und Duft sorgen Veilchen oder Kornblumenblättchen. 




    Mittwoch, 30. März 2022

    KNOBLAUCHSRAUKE

    ALLIARIA PETIOLATA


    Eine echte Alternative zum allseits bekannten Bärlauch. Das Knoblaucharoma ist feiner und flüchtiger als das des Bärlauchs. Im Frühjahr verbreiten die jungen Blätter der Knoblauchsrauke beim Zerreiben einen zarten Knoblauchsduft - daher ihr Name. Ein anderer Name für diese Pflanze ist Lauchhederich. Leider vergeht ihr Duft beim Kochen, während der vom Bärlauch stabiler ist. Ihr zunächst süßer, dann frisch-pfeffrig würziger Geschmack ist eine wundervolle Bereicherung für alle Frühlingssalate und Wildkräutersuppen. Auf den ersten Blick erinnern die Blätter der Knoblauchsrauke ein wenig an Brennnessel- oder Taubnesselblätter. Spätestens am Duft sind sie dann aber leicht zu unterscheiden. Ihre kleinen weißen Blüten haben vier gegenständige Blütenblätter, so wie die der anderen Pflanzen ihrer Familie. Sie werden deshalb auch Kreuzblütler genannt. Dazu gehören viele schmackhafte Gemüsepflanzen wie die Kohlgewächse sowie verschiedene Senf- und Kressearten.

    Vorkommen: Die zarte Pflanze wächst gerne im kühlen Halbschatten an Waldrändern, Gebüschen und entlang von Waldwegen auf lockeren, nährstoffreichen, leicht feuchten Lehmböden. Wo sie sich wohlfühlt, ist sie sehr gesellig. Ein schöner Ersatz für den Bärlauch, der eher kalkhaltige Auen und Wälder liebt. Die Knoblauchsrauke findet sich oft dort, wo der Bärlauch nicht vorkommt und doch ist ihr Erscheinen im Frühling genauso kurz und schnell vorüber.

    Anmerkung: Die Knoblauchsrauke ist nicht mit den Knoblauch und Zwiebelgewächsen verwandt, sondern mit den Kohlarten und lässt sich auch im Garten kultivieren. Neben dem Wiesenschaumkraut ist sie eine wichtige Nahrungspflanze für den Aurorafalter.

    Inhaltsstoffe: Die Knoblauchsrauke enthält ein Glykosid, das ein ätherisches Öl freisetzt, welches denen der wilden und kultivierten Laucharten ähnelt. Ihre Inhaltsstoffe haben eine antibakterielle, wundreinigende und antibiotische Wirkung. Sie eignen sich zum Beispiel zum Desinfizieren von Wunden.

    Blüten der Knoblauchsrauke, Foto: Michael Ruppert (Waldeslust) 
    Ernte: Beste Erntezeit der zarten jungen Blätter ist von April bis Juni.

    In der Küche: Die Blätter der Knoblauchsrauke riechen beim Zerreiben nach Knoblauch, ähnlich dem Bärlauch. Ihre Geschmacksstoffe sind jedoch flüchtiger, deshalb sollte man sie frisch zum Salat oder zur Soße geben. Auch zu Sandwiches, in Quark oder aufs Butterbrot macht sie sich gut. Beim Kochen wird sie bitter. So passt sie besser frisch als Gewürz zum Abschmecken von Gemüsegerichten. In der Salatsoße ist sie nicht so streng wie der Knoblauch oder der Bärlauch. Die zerdrückten Samen aus den reifen Schoten können wie Senf verwendet werden. Aus den Blättern lässt sich auch eine würzige Wildkräuterpaste herstellen.