Dienstag, 18. Dezember 2018

WEIDE - Silberweide

SALIX ALBA
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885,
Gera, Germany, Permission granted to use under GFDL by Kurt Stueber, 
www.biolib.de, Gemeinfrei.

Die Weide steht für Elastizität (körperlich) 
und Flexibilität (geistig)

Die Weiden stellen sich teils strauch- und teils baumartig als Pflanzen der Durchlüftung des Kühl-Feuchten dar. Die Weiden haben die Aufmerksamkeit auf sich gezogen als die Gletscher abschmolzen, Gletscherseen und Moorlandschaften entstanden. Als vielgestaltige Pflanzen bilden sie niemals dichte Wälder, sondern helle Haine. Sie folgen den Bachufern, säumen den Waldrand, das Moor und füllen die feuchten Niederungen, die Flussauen mit ihrer lichten Pflanzenformation. Fliessendes oder quellendes Wasser und helle Luft ist ihre Wonne. Sie zeigen ihre strotzende Vitalität in der Fähigkeit, aus jeder abgeschnittenen Rute sich wurzelschlagend vermehren zu können.

Die der Weide so leicht und reichlich entsprießenden biegsamen Zweige weisen den Weg des Wässerigen in die Luft. Sie bleiben biegsam, weil sie sich das innerliche Flüssigbleiben bewahren – was der Korbflechter sehr zu schätzen weiß. Im Gebiete der Stoff-Erzeugung lässt der Weidenspross aus sich Gerbstoffe hervorgehen und Salicylverbindungen. Letztere sind sogar nach der Weide (Salix) benannt. Schon sehr früh wurde der herbe, zusammenziehende Geschmack der Blätter und Rinde entdeckt.Das in der Weide enthaltene Salicin, wird im Körper zu Acetylsalicylsäure metabolisiert. Abgekürzt: "ASS" – auch unter dem Namen Aspirin bekannt geworden. Heute gewinnt man Acetylsalicylsäure nicht mehr aus der Weide, sondern stellt sie synthetisch her. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass das aus der Weide gewonnene pflanzliche Heilmittel wirksamer ist als das synthetisch hergestellte. Vermutlich tragen noch andere Inhaltsstoffe in der Weide zur Heilwirkung bei.

Die Silber-Weide (Salix alba) ist eine Pflanzenart in der Gattung der Weiden (Salix) aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Die schmalen lanzettförmigen Blätter glänzen auf der Unterseite silbrig, daher der Name. Sie ist eine der wenigen baumförmigen Weiden und war Baum des Jahres 1999.

Weide am Bach in Oberschopfheim, Südbaden.
Bild: Ute Mangold, wiesengenuss

Vorkommen: Die Silber-Weide ist in ganz Europa mit Ausnahme von Skandinavien, in Nordafrika und nach Osten bis nach Zentralasien heimisch. In Mitteleuropa kommt sie von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen (meist bis 850 m) vor. Sie ist eine wärmeliebende Lichtholzart und wächst gerne in Ufergebüschen am Rande von Gewässern, bevorzugt in feuchten Überschwemmungsgebieten, in Auwäldern, an Altwässern, an Bächen oder Seen. Sie mag immer mal wieder überschwemmte Ton oder Schlickböden, die nährstoffreich und kalkhaltig sind.  Als Pionierpflanze besiedelt sie auch sogenannte Sekundärstandorte wie Gräben, Ufer von Restgewässern oder Kiesgruben. An großen Flüssen wachsen oft mächtige Exemplare der Silber-Weide. Die Bestände sind auf regelmäßige Überflutungen angewiesen und tragen zusammen mit anderen Arten der sogenannten Weichholzaue dazu bei, Hochwasserereignisse zu mildern und mit ihrem weit ausgebreiteten Wurzelsystem die Ufer zu stabilisieren.
Biegsame Weidenzweige,
Bild: Ute Mangold, Wiesengenuss

Verwendung: Weidenruten werden vor allem als Flechtmaterial verwendet. Das weißgraue Holz mit braunem Kern wird seltener genutzt. Dazu wurden die Weiden zu Kopfweiden gestutzt. Sie entstehen dadurch, dass man die Zweige regelmäßig bis fast zum Stamm zurückschneidet. Weil das Zurückschneiden der Kopfweiden im Zuge der modernen Landwirtschaft zu mühsam bzw. zu unrentabel wurde, wuchsen viele Kopfweiden aus und brachen zusammen. Inzwischen haben aber engagierte Umweltschützer vielfach das Zurückschneiden der Kopfweiden übernommen.[3] In der Heilkunde wird die Rinde von zwei- bis dreijährigen Weidenzweigen verwendet. Sie kann im Frühjahr ganz leicht abgezogen werden. Die Rinde wird geschnitten, getrocknet und zu Pulver verarbeitet.

Wirkstoffe: Als pflanzliche Arznei dient die Rinde. Sie enthält – je nach Weidenart – bis zu elf Prozent sogenannter Salicylate. Zu dieser Pflanzenstoffgruppe zählen Substanzen wie Salicin und Salicortin. Außerdem kommen in der Rinde reichlich Gerbstoffe vor. Die genaue Zusammensetzung variiert von Art zu Art. Das schmerzlindernde und fiebersenkende Salicin, wird in der Darmflora zu Acetylsalicylsäure verarbeitet.

Wirkeigenschaften: Bekannt geworden ist die Acetylsalicylsäure (ASS), vor allem als Aspirin, das gegen Schmerzen eingesetzt wird und dazu noch entzündungshemmend und fiebersenkend wirkt. Auch bei rheumatischen Beschwerden hat es eine schmerzlindernde Wirkung. Die Weidenextrakte haben zwar keine so starke Wirkung wie die synthetisch hergestellte ASS, besitzen  jedoch auch nicht die Nebenwirkungen. Extrakte aus Weidenrinde werden heutzutage – unterstützend zur jeweiligen Standardtherapie – vor allem gegen Rückenschmerzen, entzündliches Rheuma und Arthrose eingesetzt. Studien zeigen, dass positive Effekte nicht sofort, sondern erst nach längerer Einnahme auftreten. Bei (magen-)empfindlichen Menschen empfiehlt sich der Einsatz von Weidenrindenextrakt, da er keine Nebenwirkungen wie die Acetylsalicylsäure hat. In der Naturheilkunde geht der Einsatz der Weidenextrakte sogar noch weiter: 
„Die Weide erhält die Gelenke biegsam und geschmeidig, lindert Kopf- und Knochenschmerz, fördert die Elastizität von Haut- und Unterhautgewebe – aber auch die Elastizität des Denkens, des Geistes. Sie ist hilfreich bei fieberhaften Erkältungskrankheiten, wirkt allgemein schmerzlindernd, entzündungshemmend und antirheumatisch. Zur Regulierung der Verdauungsprozesse, zur Rhythmisierung des ganzen Magen-Darm-Traktes. Die schweißtreibende Wirkung weist auf die Durchwärmung der Flüssigkeitsorganisation hin. Beruhigend bei Schlafstörungen, stärkt Blut- und Lymphgefäße und fördert die Durchblutung.“ Aus Alpmed-Ratgeber, Frischpflanzenkraft und Gold.

In der Küche: Prinzipiell ist die Weide auch essbar, hat aber einen recht bitteren Geschmack. So wird sie eher als schmerzlindernder Tee eingesetzt, bei Fieber und Erkältung. Die ganz jungen Blätter aller mitteleuropäischen Weiden kann man roh im Salat essen. Junge Blätter, Triebe und die innere Rinde können nach zweimaligem Auskochen als Kochgemüse verwendet werden. Die Blüten stehen. Quelle: wildkrautgarten 

Anmerkung: Schon im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen Weidenrindentee gegen FieberGicht und Gelenkrheumatismus. Im 17. Jahrhundert wurde die Rinde erstmals zur Medikamentenherstellung gegen Gicht und Rheuma verwendet.


Wurzelwerk einer gefällten Weide im Seepark bei Freiburg,
Bild: Ute Mangold, wiesengenuss

Silbrig glänzende Weidenruten, Bildquelle: alpmed


Quellen & Links






Dienstag, 11. Dezember 2018

MOHN - der Klatschmohn

PAPAVER RHOEAS


Papver rhoeas - aus Köhlers Medizinalpflanzen
Auch Blutblume, Feldmohn, Feuerblume, Feuer-Mohn, Flattermohn, Klatschrose, Kornrose, Schnalle, oder Wolder Mohn genannt

Vorkommen: Das genaue Ursprungsgebiet des Klatschmohns ist nicht bekannt, jedoch werden Eurasien und Nordafrika (wo heute noch aus der Blüte Schminke auf traditionelle Weise hergestellt wird) angenommen und damit der Bereich des fruchtbaren Halbmonds, in denen schon lange Ackerbau betrieben wird. Mit dem Ackerbau verbreitete sich der Klatschmohn über die ganze Welt, er gehört damit zu den ganz alten Kulturpflanzen, die seit der Jungsteinzeit mit den Menschen mitwanderten und damit viele Gegenden der Welt besiedelten. 
Man findet den Klatschmohn viel in Getreidefeldern, an Wegen, aber auch auf Schutt, an Straßenböschungen oder an verlassenen Plätzen wie Bahnhofsgelände oder Industriebrachen. Er mag es gerne warm und bevorzugt sommerwarmen, meist kalkhaltigen Lehmboden.

Verwendung: Blüten und Kapseln

Ernte: Blüten im Mai, Kapseln in August / September

Wirkstoffe: Alkaloide, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine. Im Klatschmohn können viele Alkaloide mit einem Gesamtgehalt von 0,11–0,12 % nachgewiesen werden, insbesondere das schwach giftige Rhoedanin im weißen Milchsaft. Die Kronblätter wurden wegen ihrer roten Farbstoffe, den Anthocyaninen, früher zur Herstellung roter Tinte verwendet. Man beachte, dass alle Pflanzenteile schwach giftig sind, besonders aber der Milchsaft.

Bildquelle: Alpmed
Wirkeigenschaften: In der modernen Literatur findet man kaum mehr Anwendungen des Klatschmohns, da es anscheinend keinen Beleg für die Wirksamkeit gibt, hat man die Anwendungen aufgegeben (?). In der Volksheilkunde ist jedoch der Mohn als beruhigendes Mittel bekannt. Meine Mutter berichtete aus ihrer Kindheit, dass sie früher statt eines Schnullers Mohnsäckchen zur Beruhigung und als Einschlafhilfe bekommen haben. Ich selber habe mit dem Ölauszug aus Mohnblüten eine langwierige Entzündung in meinem Ellenbogen, einen sogenannten Tennisarm, ausheilen können und hatte bei jeder Behandlung mit dem Heilpflanzenöl ein beruhigendes entspannendes Gefühl, da mir auch zu besserem Schlaf verholfen hat.
"Umhüllend bei Seelenschmerzen und zur Verwendung bei Muskel- und Bauchbeschwerden, unser Sonnenauszug aus Mohnblüten.
Es ist ein wahres Wunder wie sich aus den zerknittert in der Kapsel liegenden Blütenblättern seidig glatte filigrane Schönheiten entfalten, die leicht im Wind spielend offen sind - zum Himmel und zur Sonne ausgerichtet! Bis in den August hinein reift die Kapsel und Wärmeprozesse überwinden den Giftprozess. So entstehen feine Öle in den Samen der ausgereiften Kapseln.Sorgsam haben wir die Mohnblüten aus ihrem natürlichen Umfeld von Hand geerntet und rhythmisiert, womit sich ihre Lebenskräfte nochmal erhöhen. Wir machen daraus ein Frischpflanzenöl, ein biologisches, kaltgepresstes Olivenöl mit rhythmisiertem Sonnenauszug aus Mohnblüten". Quelle: Alpmed Ratgeber „Frischpflanzenkraft und Gold“

Bildquelle: Alpmed
In der Küche: Obwohl der Mohn als schwach gift gilt, sind die jungen Blätter vor der Blütezeit, die Knospen und Blütenblätter sowie auch die jungen grünen Früchte und Samen in Maßen verwendet unbedenklich. Man denke nur an die Mohnbrötchen. Die Knospen sind sehr dekorativ in Salaten und schmecken nussig, oder auch wie schon beschrieben Gurken mit Haselnussgeschmack.  Die roten Blütenblätter eignen sich als essbare Dekoration.







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Bildquelle: Ute Mangold, wiesengenuss
Bildquelle: Alpmed


Bildquelle: Alpmed




ARNIKA

ARNICA MONTANA


C. A. M. Lindman -
http://runeberg.org/nordflor/22.html
BERGWOHLVERLEIH“ – Eine kurze Geschichte zur Arnika, der großen Heilpflanze. 

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür, über Nacht ist es schlagartig kalt geworden. Der Wetterwechsel macht vielen zu schaffen, Muskeln und Gelenke schmerzen. Erkältungskrankheiten breiten sich aus. Gut, dass der Sommer in Pflanzen und Kräutern eingefangen werden kann. In ihrem Duft, in den Aromen, die sie an sonnigen Tagen eingelagert haben und hier: in einer Blüte, in einer Pflanze - der ARNIKA. Im Juli/August geerntet, strahlt das Sonnenlicht in den Schweizer Bergen noch immer in den gelben Blüten dieser alpinen Heilpflanze. Konserviert in Kräuterauszügen, sorgsam getrocknet oder in feinem Olivenöl als Frischplanzenöl zum Einreiben. 

VorkommenDie Arnica montana, so ihre botanische Bezeichnung, ist eine Art, die ganz auf Europa beschränkt ist. Ihre nächsten Verwandten kommen in Nordamerika aber auch Nordeurasien vor. Der Verbreitungsschwerpunkt der Art liegt in Zentraleuropa. Sie kommt besonders in den Alpen vor, aber auch in den Mittelgebirgen bis zu den Karpaten und Südskandinavien. So beschreiben es die Autoren in den "Stuttgarter Beiträgen zur Naturkunde - Serie C -Nr. 29"

Sie ist also eine echte Bergpflanze! Wer sie finden will muss hoch hinaus. In den Alpen wächst sie noch bis 2800 m Höhe, doch nur selten steigt sie weiter hinab. Sie wählt die freie unberührte Natur, die mächtigen Lichtströme der Höhensonne - und wird immer aromatischer je höher sie wächst. Mit ihrem Aroma nehmen auch die heilenden Inhaltsstoffe zu. Von Juni bis August ist sie auf natürlichen Bergwiesen mit kalkarmen Untergrund und Heidekrautbeständen zu finden. Den strengen Winter überdauert sie, in dem sie ihre Kraft in den Wurzelstock zurückzieht. Sie ist auf der Roten Liste gefährdeter Arten auf Stufe 3 und steht unter Naturschutz. Ohne ganz strenge Ausnahmegenehmigung darf sie weder gepflückt noch ausgegraben werden.

VerwendungAls "Flores Arnicae" findet man die seltenen Blüten in der Apotheke. Man kann damit einen Auszug bereiten zur äußerlichen Anwendung bei Prellungen oder Entzündungen oder in Form von Salben und Ölen.

Wirkstoffe: Achtung die Arnika gilt als giftig und darf nicht nur Selbstmedikation innnerlich angewendet werden! Arnikablüten im Tee können auch zu Vergiftungen führen.
Die wichtigsten Wirkstoffe der Arnika sind Helenaline. Sie wirken antibakteriell und antirheumatisch. Außerdem enthalten Arnikablüten ätherisches ÖlFlavonoide und Sesquiterpenlactone, die entzündungshemmend und antiseptisch wirken. Helenalin- bzw. Dihydrohelenalinester wirken antibakteriell und antiarthritisch. Diese können eine Entzündungsreaktion verringern. Zudem können die in Arnika enthaltenen Flavonoide und Triterpendiole – bei äußerer Anwendung – ebenfalls antiphlogistisch wirken.

Wirkeigenschaften: Bekannt ist sie vor allem als Heilpflanze in Form von Salben oder Ölen für rheumatische Erkrankungen, Schmerzen in Muskeln, Gelenken, Muskelkater und Ischialgien. Von Rückenschmerzen bis hin zu Knochenbrüchen entfaltet sie ihre schmerzlindernde Wirkung. Auch bei Verbrennungen, Prellungen, Blutergüssen, Biss- und Stichwunden wird sie eingesetzt. Zur Narbenheilung und bei Venenpunktion. Auch als Erste-Hilfe-Mittel dient diese große Heilpflanze mit ihrer harmonisierenden Wirkung. Deshalb setzen wir sie auch bei Herzstörungen ein. Sie ist sowohl bei degenerativen als auch entzündlichen Herzerkrankungen hilfreich sowie bei Folgen von Schock und Schreck. Die Liste der Einsatzmöglichkeiten der Arnika könnte noch lange weiter geführt werden.

In der Küche: Da sie leicht giftig ist, wird sie nicht als essbare Pflanze eingesetzt.

Anmerkung: Als Heilpflanze ist die Arnika erst relativ spät entdeckt worden. Sie war im Altertum noch nicht bekannt, und auch die Väter der Botanik zu Beginn der Neuzeit kennen sie noch nicht. Ob die bei Hildegard von Bingen (1098 - 1179) genannte Pflanze "Wolfesgelegena" unsere Arnika "Bergwohlverleih" meint, ist unsicher. Die Pflanze wurde erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts allmählich bekannt.

Bilder
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Quellen & Lesenswertes:
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LÄRCHE

LARIX DECIDUA



Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen (gemeinfrei)
Nun leuchtet sie wieder golden in den Alpen – die LÄRCHE (Larix decidua). 

Ende Oktober, Anfang November werden wir immer wieder Zeuge eines erstaunlichen Schauspiels: Die Lärche wirft ihre leuchtend golden gewordenen Nadeln zum Winter hin ab. Sie ist der einzige in Europa heimische laubabwerfende, winterkahle Nadelbaum. Da sie in großen Höhen, vor allem in den Zentralalpen wächst, verliert die Lärche im Herbst ihre Blätter, um Schädigungen durch Frosttrocknis an sonnigen und sehr kalten Wintertagen zu vermeiden.

Im folgenden Frühling beginnen die zarten hellgrünen Nadeln wieder in pinselförmigen Büschen auf den langen gebogenen Zweigen der Lärche zu wachsen. Sie bilden hellgrüne duftende Zapfen, mit rundlich, locker liegenden Samenschuppen, die eine rotbraune Behaarung aufweisen. Diese belebende Kraft des Frühlings im Holz lässt unsere Sinnesorgane entspannen und sich vom Winter erholen. Die Lärche ist ein dem Licht zugewandter Baum, sie ist der lichtliebendste und gleichzeitig durchlichteste Nadelbaum. Die strahligen Nadelbüschel kann man mit in den Baum hineingewachsene Sonnenstrahlen vergleichen. Damit stärkt die Lärche die Sonnenkraft unseres Herzens, die aus unseren Augen strahlt.

Foto: Alpmed
Vorkommen: Die Europäische Lärche (Larix decidua) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lärchen (Larix) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Diese Art ist in Europa heimisch; sie überdauerte die letzte Eiszeit vermutlich in den Karpaten
Foto: Alpmed
Die Lärche ist ausgesprochener Lichtbaum der obermontanen bis subalpinen Höhenstufe. Gemeinsam mit der Zirbelkiefer bildet sie den Arven-Lärchenwald, die typische Waldform der oberen Waldgrenze in extremen Hochgebirgslagen. Gebirgswälder, die aus reinen Lärchenbeständen bestehen, finden sich heute im Wesentlichen im Hangfußbereich und auf leicht zugänglichen strahlungsexponierten Hängen. Die Lärche bildet Wälder mit der Fichte (Picea abies) an Steilhängen und auf Blockstandorten. Sie tritt auch beigemischt in Föhren- und Spirkenwäldern auf. Die Art erreicht in den Zentral- und Ostalpen zusammen mit der Zirbe (Pinus cembra) die obere Baumgrenze. Die Lärchen wachsen hier bis in eine Höhenlage von 2500 m NN.

Verwendung:  finden die Blütenknospen, Zapfen, Triebe, und das Kambium. Wichtiger Inhaltsstoff ist das sogenannte Lärchenterpentin, der durch Anbohren der Stämme gewonnene Balsam. Lärchenterpentin wirkt wie gewöhnliches Terpentin aus Pinus pinaster, nämlich hautreizend und antiseptisch; es wird nur selten angewandt. Man benutzt es in Form von Salben, Emulsionen, Pflastern oder Badezusätzen z.B. gegen Furunkel, Abszesse und rheumatische Beschwerden, in Form von geeigneten Inhalationen auch bei Atemwegserkrankungen.
Häufiger ist aber die technische Nutzung für Lacke und Klebmittel.

Ernte: der Früchte/Zapten im September bis November. Die reifen aufrecht stehenden Zapfen sind hellbraun, eiförmig, 1,5 bis 6 cm lang und 1,5 bis 2 cm breit. Nach dem Ausfliegen der Samen verblassen die Zapfen, die erst nach 10 Jahren mit dem Zweig zu Boden fallen.
Fruchtreife/Erntezeit: September bis November;

Wirkstoffeätherisches Öl mit PinenenBorneol und 3-CarenHarzsäuren, vor allem Laricinolsäure, in anderen Quellen wird auch Bernsteinsäure genannt. 

Wirkeigenschaften: Neben ihrer medizinisch nachgewiesenen antiseptischen Wirkung, hat die Lärche in der alten Heilkunde als "Lichtbaum" eine erfrischende und belebende Wirkung, die die Augen, das Gedächtnis, die Schläfen und Stirn, aber auch das Herz und die Atmungsorgane enstpannt. Der erfrischende Lärchenduft hilft zur Ablenkung von kreisenden Gedanken und bringt Licht in die Gedanken. Auch bei Erkältungskrankheiten ist sie sehr hilfreich. Lärchensprossen finden beispielsweise in der Alpenmedizin gemischt mit anderen Kräutern als Tee oder Schichtsirup bei Husten Anwendung, da sie durch ihre ätherischen Öle und Saponine helfen, den Bronchialschleim zu verflüssigen. 

In der Küche:  Die hellgrünen, jungen und noch dichten Triebspitzen der Larix decidua schmecken sauer und herb zugleich (etwas wie harzige Zitrone) und eignen sich als säuerliche Ergänzung zu einem Karottengemüse ebenso wie für eine Frischkäse-Zubereitung oder als Beigabe zum Dessert.

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Wikipedia Commons, Urheber: Maurice Perry.
European Larch, Saastal, Visp, Valais, Switzerland.
CC BY-SA 2.0, File: Larix decidua Saastal.jpg

Quellen & Lesenswertes:
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JOHANNISKRAUT

HYPERICUM PERFORATUM

Prof. Dr. Thomé, Otto Wilhelm - www.biolib.de
Gemeinfrei, File: Hypericum perforatum i01.jpg, Erstellt: 1. Januar 1885
Bringt wieder Licht ins Dunkel – das
ECHTE JOHANNISKRAUT 

"Sankt Johannskraut.... von etlichen auch Fuga demonum genennt, darumb, das man meynet, wo solichs kraut behalten würt, da komm der teüffel nicht hyn, möge auch kein gespenst bleiben..." 
BRUNFELS (1532)

Solche alten Weisheiten können leicht als Aberglauben abgetan werden, doch haben sie einen realen Kern: Wenn man die Vertreibung von Gespenstern mit der Vertreibung von Depressionen gleichsetzt. So steckt manchmal in den alten medizinischen Kräuterbüchern durchaus ein wahrer Kern.

Das zum Sonnenhöchststand im Sommer geerntete Kraut hilft im Winter gegen die Dunkelheit, auch "Winterdepression" genannt. Es bringt Sonnenkräfte in die Organe und regeneriert. Am besten nimmt man Johanniskraut schon vorbeugend, bevor die dunklen, trüben Hochnebeltage wieder beginnen.


Diese edle Heilpflanze, auch Sankt Johannskraut genannt, gehört sicherlich auf die Lichtseite des Erdenlebens. Das Johanniskraut erkennt man an den goldgelben Blüten, die mit den feuerroten Staubgefäßen wie eine Krone aussehen. Zerreibt man die goldgelben Blüten zwischen den Fingern verfärben sie sich blutrot. Die Blüte verkündet die Johannizeit, den Höchststand des Jahres, die Sommersonnenwende am 24. Juni, auch Johannistag genannt. Die volle Kraft der Sommersonne lebt also in ihm, dem Johanniskraut. Die Öldrüsen der Blätter sind im Gegenlicht als tausend kleine Punkte sichtbar, die wie Löchlein aussehen – deshalb auch der Beinname „perforatum“.

Bildquelle: ALPMED
Vorkommen: Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), auch Echt-Johanniskraut, Gewöhnliches Johanniskraut, Durchlöchertes Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut oder Tüpfel-Hartheu genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Johanniskräuter (Hypericum) innerhalb der Familie der Hypericaceae (früher Hartheugewächse). Zu finden ist diese ölreiche Pflanze an Wegrändern, Dämmen, mageren Weiden, Heiden und brachliegenden Feldern, in lichten Wäldern und Gebüschen. Am liebsten natürlich in voller Sonne. Diese benötigt sie auch für ihr üppiges Wachstum. All dies macht sie zu einer der schönsten Pflanzen des Hochsommers.

Bildquelle: Alpmed, Johanniskraut Standort in der Toskana

Verwendung: Man verwendet meist das ganze Kraut für Tee. Aber auch Johanniskrautöl (ein mit Öl aus frischen Pflanzenteilen gewonnener Extrakt) wird gerne verwendet. Das Öl hilft bei Wunden und Verbrennungen, der Tee gilt als Heilmittel bei depressiven Zuständen. Doch tritt hier die Wirkung erst bei der Anwendung über Monate hin ein. Das Johanniskraut gibt es mittlerweile auch in Form von Kapseln, Dragees, Tropfen und Saft. Da die Inhaltsstoffe jedoch Nebenwirkungen wie erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut haben und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
haben, sollte man vor Anwendung den Arzt oder Apotheker fragen.

Ernte: In der Heilkunde werden die oberirdischen Teile des Johanniskrauts verwendet, die zur Hochblütezeit im Juni gesammelt werden. 

Bildquelle: Alpmed, Herstellung von Johanniskrautöl
Wirkstoffe: Zu den Inhaltsstoffen gehören Hypericine, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherisches Öl. Zu den Hauptwirkstoffen gehört Hyperforin und Hypericin. Letzteres hat jedoch eine eigenartige Nebenwirkung, es macht die Haut für Strahlung sensibel, so dass bei starker Sonneneinwirkung Sonnenbrand und Hautblasen entstehen können (phototoxisch). Obwohl das Johanniskraut zu den best erforschten Heilpflanzen gehört, ist der genaue Wirkmechanismus bis heute unklar. Als sicher gilt, dass das Hyperforin und Hypericin zu den nervenberuhigenden Stoffen gehören. Doch wie bei allen großen Heilpflanzen gilt: Die Kombination machts! Soll heißen, nicht ein einzelner Wirkstoff heilt, sondern die gesamte Wirkstoffkombination. 

Wirkeigenschaften: Die große Bedeutung des Johanniskrauts spiegelt auch die hohe Anzahl an wissenschaftlich anerkannten Anwendungen wieder. Sie gilt als psychotrope Heilpflanze, da sie nachweislich bei psycho-vegetativen Störungen, depressiven Verstimmungen, Angstzuständen und nervöser Unruhe hilft. Die gesamte Wirkstoffkombination vermindert den Anstieg von Cortisol bei Stress und beeinflusst die Melatonin-Ausschüttung.
Johanniskraut regt die Blutzirkulation an und trägt Aufbau- und Ernährungsprozesse bis in die Nerven- und Sinnessphäre hinein. Es stärkt die Nerven und fördert deren Regeneration bei Verletzungen, bei Ischias und Gürtelrose. Es hat beruhigende, schmerzlindernde und heilende Eigenschaften. So hilft es sowohl auch bei vorzeitiger Alterung wie eben bei seelischer Dunkelheit und Depression. Johanniskraut wirkt auch regenerierend bei kurmässiger Anwendung für müde Organe und Gewebe. Auch bei Sonnenbrand und Sonnenallergie wirkt es heilend. Als Öl wirkt es außerdem auch der Faltenbildung entgegen und verhilft damit zu jugendlich frischem Aussehen. Das rote Johanniskrautöl besitzt eine entzündungshemmende Wirkung.

In der Küche: Das Johanniskraut ist eine reine Heilpflanze, vereinzelt findet sich Johanniskrautöl als "Rotöl" in Nahrungsergänzungsmitteln. Aber Achtung: Die Pflanzenteile sind leicht giftig.

Anmerkung: Das Johanniskrautöl gilt als nicht reizendes, „kaltes Öl“. Man gewinnt es, indem man Johanniskrautblüten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt, gelegentlich kräftig schüttelt und in der Sonne stehen lässt. Diesen Vorgang nennt man Mazeration.


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Bildquelle: Alpmed


Verena Gerber (alpmed)

Foto: Ute Mangold, wiesengenuss

Quellen & Lesenswertes:
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QUENDEL - WILDER THYMIAN

THYMUS SERPYLLUM


Der Quendel (Thymus serpyllum) ist der kleine heimische Verwandte des Echten Thymians (Thymus vulgaris) aus dem Mittelmeerraum. Er wird Sand- oder Feld-Thymian oder einfach nur Wilder Thymian genannt. Er ist eine Pflanzenart aus der Gattung Thymiane innerhalb Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Niedrig und ausdauernd wachsend, bildet er in Bodennähe flache Teppiche mit ausladenden Stängeln. Zerreibt man seine Blättchen zwischen den Fingern, verströmen die entweichenden ätherischen Öle einen würzigen Geruch. Hier ist er nicht ganz so aromatisch wie sein mediterraner Verwandter der Echte Thymian (Thymus vulgaris), doch je sonniger und wärmer seine Standorte sind, desto stärker ist auch sein Duft. Als Heil- und Gewürzpflanze wurde er schon im 15. Jahrhundert in Klostergärten angebaut.

Bildquelle: Alpmed

Vorkommen: Der Quendel oder wilde Thymian liebt trockene, sonnige Standorte. Besonders gerne kommt er auf trocken-warmen Böschungen, an Wegrändern und auf felsigem Untergrund vor. Er ist kalkmeidend und bevorzugt sandige Böden, daher auch Sand-Thymian genannt, da er gerne auf Sandtrockenrasen, in trockenen Kiefernwäldern und auf sogenannten Silikatfelsfluren. In Mitteleuropa besiedelt er sogar auch Dünen.
Die Thymiane sind eine Familie mit kleinen mehrjährigen Halbsträuchern, deren Stängel im Laufe der Jahre verholzen. Sie wachsen aufrecht bis niederliegend und sind gelegentlich rasenbildend. An ihnen wachsen kleine ovale, dunkelgrüne Blätter, die stark duften. Die Blüten sind klein, hellrosa bis weiß, manchmal auch bläulich. Sie wachsen in Kugeln oder Ähren an den Spitzen der Stängel. Der größere der beiden bekanntesten Thymianarten wird botanisch auch als der Echte Thymian (Thymus vulgaris) bezeichnet. Den kleineren Thymian, auch Quendel oder Sand-, bzw. Wilder Thymian (Thymus serpyllum) genannt, finden wir oft wild in hohen Höhen auf Felsen in den Alpen wachsend.
"Der Lebensbereich des Quendels ist in der vollen Sonnenglut auf fast versengter verbrannter Erde. Dort, wo die Alpweiden durch Steine und Felsen durchbrochen werden, wo Weide zur Felswüste wird, wo sich die Hitze an den Gesteinen reflektiert, dort entwickelt er sein zähes Leben. Er vermag jedoch auch extreme Kältesituationen der Berge zu ertragen. Vom Boden beansprucht er wenig, Wasser benötigt er kaum. Umso mehr das Kosmische: Licht und Wärme. So trägt er die Wärmekräfte in die Atmungsorgane hinein. Trockene, feurige Hitze wird dem Körper durch diesen der Wärme zugewandten Lippenblütler vermittelt. Der wilde Thymian befeuert die Atmung. Er ist pflanzliches Glutprinzip." Quelle: Alpmed Ratgeber „Frischpflanzenkraft und Gold“
Ernte: Blättchen und Blüten des Thymians/Quendels können gleichermaßen verwendet werden. Sie können während der ganzen Lebensdauer der Pflanze geerntet werden. Am besten zieht man dazu den holzigen Stängel entgegen der Wuchsrichtung durch die Finger.

Verwendung: Die oberirdischen Teile werden getrocknet als Pflanzenheilmittel verwendet (Quendelkraut, Serpylli herba) und aus dem blühenden Kraut wird auch ein ätherisches Quendelöl (Oleum Serpylli) gewonnen. Wissenschaftlich anerkannt ist die Anwendung von Quendel bei Katharren der oberen Atemwege.
Teilweise wird der Sand-Thymian auch als Zierpflanze in Steingärten, Einfassungen und Naturgärten, in Sandgebieten auch in Heidegärten genutzt. Sand-Thymian ist eine verhältnismäßig gute Bienenweide. Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von 1 Hektar kann sich pro Blühsaison ein Honigertrag von bis zu 149 kg ergeben.

Wirkstoffe: Der Quendel enthält ätherische Öle und die Wirkstoffe TerpeneCarvacrol und Thymol. An sonnigen Standorten wird besonders viel davon ausgebildet. Weiterhin enthält er Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide.

Wirkeigenschaften: Seine Inhaltsstoffe wirken verdauungsfördernd, krampflösend und antiseptisch. Als Hustensaft wirkt der Thymian befreiend auf die Atemwege; Kräutertees regen den Organismus an. In der Erfahrungsheilkunde wird er innerlich bei Harnwegs- und Darmentzündungen sowie zur Anregung der Verdauung eingesetzt. Gegenanzeigen und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
"So sind die Thymiane hilfreich wenn die Wärmeorganisation – und damit das Ich – Magen und Lunge nicht genügend durchdringt und Anfälligkeit gegenüber Erkältung vorhanden ist oder ein Organgebiet zu stark durchwässert, zu wenig durchwärmt ist. Bei Erkältungen im Nasen-, Hals- und Lungenbereich, bei Sinusitis, Pharyngitis, Mangelentzündungen, Bronchitis, Lungenentzündungen und Zahnfleischentzündung wirkt er wärmend und entzündungshemmend. Bei Asthma, falls eine infektiöse Komponenten mitspielt. Auch bei Blähungen, Mundgeruch, Leberschwäche, Rheuma, Gicht, Nieren- und Blasenentzündung ist Thymian hilfreich. Er ist menstruationsfördernd und hilft auch bei Blasenschwäche. Durch seine ätherischen Öle wirkt er austrocknend und antibakteriell." Quelle: Alpmed Ratgeber „Frischpflanzenkraft und Gold“
In der Küche: Der Quendel kann frisch oder getrocknet mitgekocht werden. Er eignet sich als Gewürz für Fisch, Fleisch, Wurst, Pasteten, Gemüse, Kartoffeln, Käse, Soßen und Pizza.

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Bildquelle: Alpmed


Foto: AnRo0002 Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
am Stadtrand von Hockenheim, Quelle: Commons, wikimedia

Foto: Ute Mangold, wiesengenuss. Glacier 3000 bei Gstaad in der Schweiz. Fundort von Thymus serpyllum

Foto: Ute Mangold, wiesengenuss.
Glacier 3000 bei Gstaad in der Schweiz.
Fundort von Thymus serpyllum

Rezept für einen
Hustensaft mit Quendel

40 g getrocknetes Kraut
100 ml 70% Ethanol
250 ml Wasser

in ein Gefäß geben und gut durchrühren. Nach 2-3 Tagen durch ein feines Sieb abgießen und die restliche Flüssigkeit im Kräuterkuchen mit einem Löffel abpressen. Ergibt etwa 200 ml Extrakt. Diesen mit 250 g Zucker und 50 g Honig aufkochen und heiß in sterilisierte Flaschen oder andere Gefäße füllen. Ergibt etwa 300 ml Hustensirup, der übrigens auch gut für die Verdauung ist.
Rezept leicht abgewandelt nach: Arnold Achmüller, Alpenmedizin, Edition Raetia, Bozen 2018.


Quellen & Lesenswertes:
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Samstag, 3. Februar 2018

VOGELMIERE

  STELLARIA MEDIA

Auch Hühnerdarm, Hinkeldarm genannt, weil sie die Hühner so lieben. Engl. "Chickweed"
gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae)


Die Vogelmiere ist ein in Weinbergen, Blumenkästen und auf Komposthaufen weit verbreitetes "Unkraut" - doch frisch gepflückt schmeckt die Vogelmiere nach Zuckererbsen und zartem jungen Mais. Im Pesto, mit Parmiggiano und Limettensaft verfeinert, schmeckt sie nach zartem Frühlingsgrün. Das Pesto, das sich aus ihr herstellen lässt ist geschmacklich vielleicht noch vergleichbar mit Rukolapesto, sofern man ganz jungen Rukola verwendet. Aber, eigentlich ist sie einzigartig die Vogelmiere...

Sie gehört zweifellos zu meinen Lieblingswildkräutern, da sie unglaublich vielseitig in der Küche einsetzbar ist und einen köstlichen, frischen Geschmack hat. Ihre volkstümlichen Namen „Hühnerdarm“ oder „Vogel-Sternmiere“ deuten schon an, dass die Vogelmiere auch noch anderen Geschöpfen schmeckt. An ihren zartgrünen, am Boden entlang gestreckten Blattstängeln wachsen seitlich kleine runde Blättchen mit einer feinen Spitze. Endständig sitzt eine kleine weiße Blüte. Sie wirkt unscheinbar, doch bei näherem Hinsehen wirkt sie mit ihren zehn strahlend weißen Blütenblättchen wie ein kleiner Stern. Daher rührt auch ihr lateinischer Name „Stellaria“.

Vorkommen: Die Vogelmiere wächst praktisch überall, ein echter Kosmopolit. Sobald irgendwo Erde frisch umgegraben wurde, der Boden feucht und stickstoffreich ist, wächst sofort die Vogelmiere darauf. Sie grünt und blüht fast das ganze Jahr über auf brachliegenden Äckern, an Ackerränderung, in Gärten, auf Gartenbeeten und zwischen den Rebzeilen. Ein häufiges „Unkraut“, das stark rasenbildend ist, jedoch oberflächlich leicht weggezogen werden kann.

Inhaltsstoffe: Die Vogelmiere enthält die Vitamine A, B, C und große Mengen an Kalium. Bereits 50 g rohe Vogelmiere decken den Vitamin C Bedarf eines Erwachsenen. Ihre Inhaltsstoffe haben kühlende und schmerzlindernde Eigenschaften. Sie wirken blutreinigend, adstringierend und dem Extrakt sagt man außerdem noch eine antirheumatische Wirkung zu. Durch ihren Gehalt an Saponinen wirkt sie schleimlösend.

Ernte: Die Vogelmiere blüht von März bis Oktober, im milden Klima sogar noch länger. Sie wächst im Prinzip ganzjährig, sobald die Temperaturen über Null Grad gehen.


In der Küche: Die zarte Vogelmiere lässt sich wunderbar zu einem grasgrünen Pesto verarbeiten. Man kann dazu die ganze Pflanze verwenden. Köstlich macht sie sich auch im Wildkräutersalat oder in Frühlingskräutersuppen. Alle Gerichte bekommen mit der Vogelmiere einen knackig, fruchtigen Geschmack, der an junges Gemüse erinnert.

Anmerkung: Die Samen der Vogelmiere werden von vielen Vogelarten als Nahrung genutzt, daher ihr deutscher Name. Seit der Jungsteinzeit ist die Vogelmiere ein Kulturbegleiter. Das heißt, sie wanderte bereits mit den ersten Ackerbauern in Europa ein und verbreitete sich später über die ganze Welt.




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