Donnerstag, 30. August 2018

TOMATEN - ALTE LAND und HAUSSORTEN

Meine Tomaten, Foto: wiesengenuss
...darf ich vorstellen: meine Tomaten! Von Hand liebevoll aufgezogen, mit Kräutertee stabilisiert und samenfest. Von oben nach unten die "Rote Zora", die schwarze Tomate von Musters: "Black Plum", die "Tropfenförmige von Linosa", die Tomate "Besser" (schmeckt supertomatig-honigsüss) und die "Gelbe Dattelweintomate".


Seit einigen Jahren züchte ich in meinem Garten meine eigenen Tomatensorten. Allesamt alte Land- und Haussorten. Altbewährte, ehemals regional verbreitete Tomaten-Sorten, die sich durch einen ganz besonderen, individuellen Geschmack und ihre Robustheit gegenüber der Kraut- und Braunfäule auszeichnen. Dazu kommt noch und eine lange Erntezeit auszeichnen. Sogenannte "samenfeste" Sorten und keine F1-Hybriden, die man nicht weiter vermehren kann. Die Sammelleidenschaft hat es in sich, dass ich besonders scharf bin auf seltene Sorten, die ich mit anderen Tomatensamensammlern austausche. Stolz bin ich auf eine Schwarze Tomate, die ich vom Winzerfreund Sven Enderle vom Weingut Enderle & Moll aus Münchweier bekam und die er wiederum vom Sepp und Maria Muster vom biodynamisch arbeitendem Weingut Muster aus Österreich geschenkt bekam. Es handelt sich um die Sorte 'Black Plum' wie mir Maria Muster kürzlich schrieb.

In meinem Garten wachsen in diesem heißen und trockenen August 2018 so viele Tomaten, dass ich jetzt schon bei der dritten Ernte bin. Die erste Ernte Ende Juli habe ich zu Tomatensauce eingeweckt, die übrig gebliebenen Tomaten trocknete ich, die zweite Ernte mit reifen und noch nicht ganz reifen Grünen Tomaten der Sorte 'Green Zebra' (Bild unten) wurde zu einer chutneyartigen Konfitüre aus Grünen Tomaten verarbeitet und die dritte Ernte wird jetzt im Pollo alla Cacciatora landen.

'Green Zebra' und 'Gelbe Dattelweintomate', Foto: wiesengenuss


Begehrte Paradiesäpfel

Vor der Entdeckung Amerikas soll es dort 200 Tomatensorten gegeben haben und nachdem sie nach  Europa eingeführt wurden, erhöhte sich diese Zahl sogar noch um ein Vielfaches. Doch heute sind die alten Sorten vom Aussterben bedroht, was eine rasanten genetische Verarmung zur Folge hat.
Doch glücklicherweise gibt es noch einige engagierte, meist private Züchter, die die alten Sorten in ihren Gärten bewahren und weiter vermehren. So sind sie auch für den normalen Hausgärtner wieder zugänglich und dieser findet auch reichlich Informationen zu den alten Tomatensorten im Netz (unten habe ich ein paar Links zum Weiterlesen hinzugefügt).

Reiche Tomatenernte im Sommer 2018, Foto: wiesengenuss


Unsere Tomaten im Sommer 2018

'Rote Zora'

So wird sie beschrieben:
"starkwüchsig und robust, mit sortentypisch langen, schmalen, leicht eingerollten Blättern. Große, längliche, himbeerrote Früchte mit mild-süßem Geschmack.
Salattomate. Sehr robuste Freilandtomate mit gutem Ertrag."

Mein Fazit, ja es handelte sich um eine sehr schlanke Pflanze, die gerne in die Länge wächst. Eine reich tragende Stabtomate mit relativ weicher Schale und mildem saftigen Fruchtfleisch. Geeignet für Saucen aller Art. Allerdings wuchs sie sehr schnell hoch und brach dann unter der Last ihrer Früchte früh zusammen. Eine Ernte war nur einmal möglich. Der Geschmack war gut, aber hat mich nicht sehr überzeugt.


'Black Plum'

Eine dunkle Stabtomate mit großem Ertrag. Sie produziert sehr viele Früchte mit weicher Schale und ihr saftiges dunkles Fleisch eignete sich hervorragend für Tomatensaucen, Eintöpfe oder Schmorgerichte. Ich ernete sie Ende August zum dritten oder vierten mal und werde sie werde ich auf jeden Fall wieder weiter vermehren.
-> Und hier noch ein weiterführender Link zum "Wilden Gartenblog"

'Tropfenförmige von Linosa'

"Spitzovale, rote, feste Früchte, sehr ertragreich, sehr gute Salattomate. Bis 2 m hoch; aus Sizilien." Hier stimmt die Beschreibung, für Salate hervorragend geeignet. Die Samen werden aufbewahrt!
-> Eine ausführlichere Beschreibung finden Sie hier im "Tomatenatlas"


'Besser'

Manufactum, von denen ich das Saatgut habe, beschreibt sie so: 
"Eine Süddeutsche Sorte aus dem 18. Jhd.; süße, kirschgroße Früchte; frühe, langanhaltende, reiche Ernte. Unempfindlich und robust."
Sie war sehr sehr lecker und konnte mehrfach geerntet werden. Sie blieb gesund und ihre Früchte reiften auch in der Küche noch sehr gut nach. Sie hat mich so überzeugt, dass ich sie im nächsten Jahr wieder anbauen werde!

-> Unter 'Tomaten.de' finden sich weitere Informationen zu dieser Tomate, die zu den besten Tomatensorten in Deutschland gehören soll.
"rot, rund, sehr resistente Sorte, kirschgroße Früchte, saftig weich, Schale eher fest, wird seit dem 18. Jahrhundert in Deutschland angebaut, stammt aus Freiburg, sehr ertragreich, Früchte 10 bis 50 g schwer."


'Gelbe Dattelweintomate'
"Gelbe, birnförmige Früchte, süß und aromatisch, gut lagerbar. Alte deutsche Obsttomate, große Fruchttrauben."
So die Beschreibung der Samenhändlers, hier ebenfalls Manufactum. Sie brachte unheimlich viele Früchte hervor, die jedoch nicht so süß waren wie die der ?gelben Birne? die ich mal hatte. Die Früchte sind zwar sehr originell anzuschauen, aber ich werde sie im nächsten Jahr nicht mehr anbauen.
-> Mehr dazu in 'Irinas Shop'


'Green Zebra'

Auf der recht schön gestalteten Webseite von 'Tomaten finden' beschreibt Melanie Grabner sie so: 
"Für mich unverzichtbare mittel­große, saftige, grün-gelb gestreifte Tomate mit intensiv würzigem, leicht salzigem Aroma. Ab Ende Juli mittlerer bis reicher Ertrag bis Mitte, Ende Oktober. Sorte von Tom Wagner Früchte reifen gut nach. Wüchsige, über 2 m hoch werdende Pflanzen, die mehrtriebig gezogen werden können. Im Topf war der Ertrag bei mir deutlich geringer. Ähnliche Sorten: Grüngelb, Green Zebra Cherry"
Meiner Erfahrung nach eignet sie sich gut für Salate oder Chutneys, allerdings hat mich ihr Geschmack nicht so überzeugt, weshalb ich im nächsten Jahr eine neue Variante einer Grünen Tomate ausprobieren möchte. Vielleicht die von Melanie Grabner beschriebenen Cherry Tomatenvariante der 'Green Zebra'




Der gesunde Inhaltsstoff: Lycopin

Interessantes Medikament - das Lycopin. Dabei ist es gar keines. Es ist in Tomaten enthalten und zwar in jeder. Ob aus Holland, Spanien, in Alten Tomatensorten und natürlich in den Wilden Tomaten. Das besondere am Lycopin ist - es wird duch das Kochen nicht zerstört! Ganz im Gegensatz zu so manchen Vitaminen.
Dosentomaten enthalten einen Anteil von 10 mgl pro 100 g Frucht. Frische Tomaten nur etwa 3 bis 5 mg. In Tomatenmark ist es sogar noch konzentrierter enthalten (über 60 mg/100g), was ja eigentlich logisch ist. Auch Tomatensaft ist eine wahre Lycopinbombe!

Beim Lycopin handelt es sich um einen sogenannten sekundären Pflanzeninhaltsstoff. Das sind die Stoffe, die in den letzten Jahren als krebsvorbeugende Radikalfänger zu Berühmtheit gekommen sind. Am bekanntesten sind vor allem die Carotinoide, die zum Beispiel in Karotten oder auch im Eigelb enthalten sind. Auch Alkaloide wie Koffein oder Nikotin gehören zu diesen Sekundärstoffen. Oder die Phenole und Tannine, die den Rotwein so gesund machen. Und auch die Cannabionoide....
Von der Pflanze sind diese Inhaltsstoffe ursprünglich alle eigentlich zur Abwehr von Schädlingen geschaffen worden. Wie die ätherischen Öle, die nicht nur Läuse sondern auch lästige Konkurrenten fern hallten sollten. Und dann hat der Mensch ihre Wirkung gegen allerlei Plagen entdeckt und sie gezüchtet - die nützlichen Pflanzen. Die Karotten, die Tomaten, den Granatapfel, Rosmarin, Salbei, Thymian bis hin zum Hanf und Schlafmohn.

'Besser' links und 'Tropfenförmige von Linosa' zusammen mit den anderen Tomaten ergaben sie eine leckere Tomatensauce, Foto: wiesengenuss






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